Zuhause ist´s am schönsten – Wermsdorf macht´s in Halbzeit zwei an der Sachsendorfer Straße deutlich und bezwingt Naundorf 4:0

FSV Blau-Weiß Wermsdorf – SV Naundorf 4:0 (1:0)

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Am Samstag konnten die Blau-Weißen endlich ihren lang ersehnten Heimauftakt feiern. 130 Zuschauer kamen, um das Spiel gegen den SV Naundorf zu sehen – und sollten nicht enttäuscht werden. Nach dem verpatzten Auswärtsspiel in Schenkenberg und der mühsamen Angelegenheit im Pokal gegen Pressel wollte die Beckebande eine Reaktion zeigen. Die initiierte der Trainer vor Anpfiff direkt selbst: Die Startelf wurde umgebaut, sodass Mannschaftskapitän Justus Keller zurück in die Dreierkette rückte und die Anordnung insgesamt ein Update bekam. Ruven Frase feierte nach langer Abstinenz ein aufgrund hervorragender Trainingsleistungen wohlverdientes Comeback in der Anfangsformation und übernahm den zentralen Part in der Offensivreihe.

Die Hubertusburger wollten den Schwung aus dem Kantersieg der Spielgemeinschaft in Luppa mitnehmen, mussten in den ersten Minuten aber erst einmal in die neue Ordnung finden. Die Adaption des Ganzen gelang der jungen Mannschaft dann jedoch recht ansehnlich, und so übernahm der Gastgeber alsbald das Heft des Handelns. Aus einer kompakten Defensive heraus initiierten die Flügel das Anlaufen, und so kam der FSV durch gute Pressingmomente zu ersten Möglichkeiten. Unachtsamkeiten begünstigten allerdings auch auf der anderen Seite zwei gefährliche Abschlussmöglichkeiten für die Gäste. In der 23. Spielminute ging der Plan dann auf: Aus dem Zentrum heraus drehte Johannes Keller auf und steckte blind durch auf die rechte Schiene, wo Tom Zielinski durchstartete und nicht mehr zu halten war. Warum „Zille“ den Außenrist auspackte, bleibt sein kleines, aber feines Geheimnis. Das Spielgerät wurde nach der Parade des Naundorfer Schlussmanns wieder frei und so kam der auf der linken Bahn mitgeeilte Lukas Schulz ins Spiel. Der „Schmuckbussard“ mogelte sich galant am Türsteher der Veranstaltung vorbei und band sich das Bändchen zum Führungstreffer um, indem er wuchtig ins kurze Eck einnetzte. Die blau-weiße Jubeltraube war ein kleiner Brustlöser – jetzt geht sie so richtig los, die Runde 26/27.

Doppeltorschütze Lukas Schulz

In den Folgeminuten blieben die Platzbesitzer davon beflügelt druckvoll, verpassten es aber nachzulegen. So wurde es wieder ein Geduldsspiel, in dem auch Naundorf ein paar offensive Aktien verbuchen konnte. Gegen Ende der ersten Hälfte bot sich den Collmkickern noch einmal eine Doppelchance, die zwar ungenutzt blieb, die Hubertusburger aber mit einem guten Gefühl in die Pause schickte.

Aus dieser kam die Beckebande mit mächtig Schwung. Die Dreierkette um die vom Gegner ausgemachte Schwachstelle mit der Nummer 8 stand hoch und spielte von hinten selbstbewusst heraus. Vorne sorgte TJL für viel Wirbel. Und dann gab es da ja noch den „Lupo aus Riesa“, der an diesem Samstagnachmittag ein neues Level seines Spiels freischaltete: Luki di Caprio schwang sich mal eben zum besten Wermsdorfer Torschützen der noch jungen Saison auf, als er nach 56 Zeigerumdrehungen nach einem Doppelpass klug vom „Mahliser Maradona“ Louis Hoffmann in Szene gesetzt wurde und das 2:0 markierte. Nur wenige Augenblicke später trillerte die Torhymne wieder durch die Sachsendorfer Straße: Jan Riesenberg setzte sich über rechts wuchtig durch und legte quer in die linke Hälfte der Box, wo der Maler jetzt selbst zum Pinsel griff und das Kunstleder ins kurze Eck tupfte. Eine Stunde rum am Fuße der Hubertusburg und Wermsdorf hatte sich nun so richtig gefunden. Die Heimelf blieb aktiv und hatte Spaß am gemeinsamen Auftritt. Naundorf sorgte anderweitig für Aufsehen: FSV-Keeper Flori Barthel wurde im Spielaufbau einfach über den Haufen gerannt, und dieselbe Marschroute im Umgang mit dem eingewechselten Peer Riesenberg wurde kurzerhand lautstark quer über die Wiese kundgetan. Den 30er einfach mal umzuhauen, ging allerdings mächtig nach hinten los: „Riese“ nahm auf rechts kurzerhand die komplette Seite im Dribbling hops und setzte wenig später zum Tor des Monats an. Seine Direktabnahme aus gut 40 Metern setzte vor dem Tor auf und ging knapp drüber.

Peer-Ole Riesenberg beim Abschluss – sein Bruder Jan-Erik beobachtet die Szene/Bilder RW

Auf der anderen Seite büffelte sich der ebenfalls eingewechselte Pascal Weidner durch und machte als Vintage-Weidi den einen oder anderen Zuschauer nostalgisch. Natürlich blieb hier alles beim Alten – ein Tor sprang dabei nicht heraus. Besser machte es kurz vor Ablauf der Spieldauer Johannes Keller. „Törtchen“, am heutigen Tag erst nur durch Kekse gestärkt, dann aber dank Timmi zumindest mit einem Stück Kuchen versorgt, musste sich an seinem Platz in der Kabine erst noch Raum verschaffen und eine aufgewärmte Kohlroulade auf Rotkohl umdisponieren. Mit dem deftigen Geruch in der Nase bewies die Nummer 6 kurz vor Küchenschluss den richtigen Riecher: Nachdem Jan und Franz „Pawel“ Pawletta noch scheiterten, eroberte „Hanni“ den abermaligen Rebound und netzte – quasi in Analogie zu seinem Treffer in der Vorwoche – technisch sauber und wuchtig zum 4:0 ein.

Johannes Keller/Bild RW

Noch zwei, drei kleine Nickligkeiten, dann war die Messe gelesen. Wermsdorf setzte sich letztlich souverän durch und verpasste hinten raus sogar ein noch deutlicheres Ergebnis. Damit sind die Hubertusburger angekommen in der Liga und blicken optimistisch auf die kommenden Wochen. Dort wird weiter nichts von alleine kommen und in diesem Wettbewerb gibt es keine Geschenke. Doch der Mut des Trainers und die Hingabe der Spieler wurden heute belohnt und sollten eine gute Grundlage bilden. Weiter hart trainieren, zusammenstehen und sich nicht umhauen lassen – dann: vamos! In diesem Sinne: Hinten muss es immer ein bisschen kribbeln. 6-Punkte-Wochenende, Baby!

Bild AK