Starkes Heimspiel bei Schmuddelwetter

Merkwitz/Wermsdorf/Luppa - Süptitz/Schildau/Dommitzsch 4:2 (2:1)

Am vergangen Sonntag empfingen die A-Junioren der Spielgemeinschaft Merkwitz/Wermsdorf/Luppa die SpG Süptitz/Schildau/Dommitzsch zum Topspiel der Nordsachsenliga. Das Aufeinandertreffen der punktgleichen Spitzenreiter gab sich garniert mit einer ordentlichen Portion Spannung ob einer möglichen Vorentscheidung im Titelkampf sowie jeder Menge Emotionen aus den vorherigen Begegnungen, insbesondere der feurigen Schlussphase im Pokalhalbfinale vor zwei Wochen in Schildau. Aus dem gingen die Spielgemeinschaftler aus der Colmregion als Sieger hervor und wollten nun das nächste Ausrufezeichen im Kampf ums Doubel setzen.

Dabei mussten die Mannen um Trainerquintett HRSWK mussten zwar verletzungsbedingt auf Pokalheld Kevin Wahrig verzichten, konnten aber erstmals auf Mexico Import Alejandro González setzen und hatten auch ansonsten alle Mannen an Board. So sollte sie los gehen die abermalig wilde Fahrt.

Die Platzbesitzer kamen gut rein in die von Kai Steils geleitete Partie. Mit hoher Intensität in den Zweikämpfen und lautstarker Kommunikation zeigten die Blau-Weißen breite Brust und machten die Siegesambitionen deutlich. Die Gäste konnten mit der hervorragenden Einstellung der Kicker aus Merkwitz, Wermsdorf und Luppa nicht mithalten und sahen sich zunehmend gefährlicheren Angriffen ausgesetzt. Nach einer Viertelstunde machten die Platzbesitze ernst und münzten die Präsentenz in Zählbares um. Der Merkwitzer „Chicharito“, die mexikanische Erbse der Spielgemeinschaft Alejandro ist im Sechszehner nicht zu halten, schickt mit einer Finte gleich zwei gegnerische Verteidiger ins sprichwörtliche Kino und steckt rein auf Stürmer Jerry Baumann, der seiner Passion nachkommt und sicher zum umjubelten 1:0 einschieben kann.

Die Gastgeber von der Führung weiter beflügelt, versuchen umgehend nachzulegen. Sebastian Körner tankt sich durch den Strafraum, setzt seinen Abschluss zu zentral aber der Rebound fällt Titus Hirth vor die Füße, der davon überrascht nicht entscheidenden Zug hinter den Ball bekommt und die große Chance zum Nachlegen verpasst. In der Folge bleibt das Bild nur wenig verändert. Hellwacher Platzbesitzer ackern füreinander und geben dem Gegner so kaum Raum zur Entfaltung. Die Zuschauer sehen eine Mannschaft die unbedingt will. Den Ambitionen Nachdruck verleiht Stürmer Jonas Wahrig in der 28. Spielminute. Im Doppelpass mit Hirth bringt sich die Nummer 13 in Stellung, bleibt im Abschluss eiskalt und besorgt das 2:0. Der Süptitzer Wahrig Alptraum hält an und spitzt sich fast weiter zu. Kurz nach seinem ersten Streich liegt dem Blondschopf der zweite Treffer auf dem Fuß, doch Wahrig kann den Aufbaufehler der Gegner nicht nutzen und verschießt die gute Gelegenheit aus leicht spitzem Winkel. Die Gäste versuchen ihrerseits eine Antwort zu finden, die weiten Bälle verlaufen sich aber im Niemannsland der Sachsendorfer Straße oder werden von der gut aufmerksamen Abwehr um Kapitän Max Thomas geklärt. Vorne bleibt die Heimelf brandgefährlich, verpasst allerdings den erneuten Führungsausbau. Körner knallt das Leder nach schöner Einzelaktion übers Wermsdorfer Fangnetz fast bis zur Kirche in Luppa, Wahrig köpft auf Thomas Flanke knapp vorbei.

Die Bestrafung erfahren die Spielgemeinschaftler quasi mit dem Pausenpfiff. Einen weiteren verzweifelten, dabei eigentlich harmlos Angriffsversuch der Süptitzer über einen langen Ball macht die blau-weiße Abwehr mit einem verunglückten Klärungsversuch erst scharf, Julius Döbelt hat das Spielglück auf seiner Seite, steht goldrichtig und schiebt am heranstürmenden Torwart Marc Fleischer vorbei zum Anschluss. Den viel beschworen psychologisch ungünstigen Zeitpunkt des Gegentreffers aus dem Kopf kriegen und die Defensivkonzentration schärfen also die Devise für die Halbzeitpause. Die Trainer scheinen dabei die richtigen Worte gefunden zu haben, Blau-Weiß entfacht das Feuer von Durchgang eins sofort wieder. Den Funken überspringen lässt Felix Plakinger, der in der 51. Spielminute einen Kontakt im Strafraum dankend annimmt und den Elfmeter rausholt. Max Thomas übernimmt und zündet das Spielgerät zum 3:1 ins Netz. Die Gastgeber noch im Freudentaumel, verlieren ein Stück der Spannung und werden fahrlässig. Vorne schleicht sich der Schlendrian in Form von „Hacke, Spitze: 1,2,3“ ein und hinten gibt es dafür die Quittung. Ausgleichende Gerechtigkeit besorgt Süptitz einen ebenfalls glücklichen Strafstoß und den erneuten Anschluss in der 59. Minute. Das Spiel hätte also wieder auf der Kippe stehen können, doch die Spielgemeinschaftler fuhren die Systeme umgehend wieder hoch und gaben die postwendende Antwort. Wieder ist es Plakinger als Initiator, seine Außenrist Flanke findet Titus Hirth der diesmal abgeklärt bleibt und staubtrocken zum 4:2 einnickt. Damit war die Gegenwehr der Gäste gebrochen, die Platzbesitzer an diesem Tag schlichtweg eine Nummer besser und vor allem mit der richtigen, durchschlagenden Einstellung zum Geschehen. Kurz vor Spielende wird Marc Fleischer noch zu einer Glanzparade gezwungen, pariert einen Kopfball aus der Nahdistanz grandios und schickt obendrein Alejandro in den umgehenden Konter. Der Wirbelwind beendet eben noch die Karriere des Gegnerspielers, verknotet dessen Beine erst, schiebt das Spielgerät trotzdem noch zum Tunnel durch und wird schließlich erst mit dem zehnten Foulversuch gestoppt. Dann war Schluss an der Sachsendorfer Straße.

Die Trainer können zufrieden sein mit der geschlossene Mannschaftsleistung ihrer Jungs, die sich heute absolut auf der Höhe präsentierten und zu verstehen gaben, verstanden zu haben was die Stunde geschlagen hat. Ganz wichtig dabei, dass auch die Spieler aus der zweiten Reihe Verantwortung übernahmen und ihren entscheidenden Teil zum Erfolg beitrugen.

So nehmen die Spielgemeinschaftler Kurs Richtung Doubel. Noch ist jedoch nichts gewonnen und es gilt nun Woche für Woche an die Leistung aus dem Topspiel anzuknüpfen.

Aufstellung: Fleischer, Görner, Bartsch, Thomas (V.Rische), Bruder, Plakinger, Körner, Gonzáles, Hirth (L.Rische), Wahrig (Simbke), Baumann (Wolf)

Bericht und Bilder Justus Keller