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Ende der 60er Jahre herrschten Unstimmigkeiten im Verein, zwischen dem Vorstand und innerhalb der Mannschaft. Dies führte dazu, dass ein Großteil der Spieler nach Mahlis, Mutzschen und Dahlen wechselte und schließlich zum Zusammenbruch der Sektion Fußball. In den Jahren zwischen 1969 und 1973 nahm die BSG Medizin, außer an Alte Herren- und Volkssportvergleichen, nicht mehr am Wettkampfbetrieb teil.
In den 70er und 80er Jahren erwarb sich vor allem ein Mann große Verdienste: Wolfgang Finke war während dieser Zeit Sektionsleiter, Übungsleiter, Vorstandsmitglied im Kreisfachausschuss und Bezirksauswahltrainer. 2003 wurde ihm für sein jahrzehntelanges Engagement die „goldene Ehrennadel des Sächsischen Fußballverbandes“ verliehen. Besonders aktive Sportfreunde waren auch Gerd Roßberg, Klaus-Dieter Kretzschmar und Manfred Züchner.
Ende der 70er Jahre besaß der Verein eine hervorragende Schülermannschaft, die auf Bezirksebene den großen Leipziger Vereinen „Lok“ und „Chemie“ erfolgreich Paroli bot.
1978 beging Wermsdorf das Jubiläum „50 Jahre Fußball“. Höhepunkt der Festwoche war das Spiel der 1. Männermannschaft gegen „Lok“ Leipzig, dem auch WM-Schiedsrichter Rudi Glöckner beiwohnte.
Anfang der 80er Jahre begann eine bis heute andauernde Vereinsfreundschaft mit Dolni Nemci aus Tschechien. Es wurden gemeinsame Trainingslager und Treffen organisiert. Höhepunkte waren auch die Vergleiche mit den befreundeten Vereinen von Dresden-Hellerau und Germina Karl-Marx-Stadt. Die 1. Männermannschaft wurde 1987 Pokalsieger und 1989 Kreismeister der 1. Kreisklasse Oschatz.
Nach der Wiedervereinigung Deutschlands brach das Umfeld des Vereins zusammen und die „BSG Medizin“ wurde aufgelöst. 42 Fußballer gründeten am 13.08.1990 den Fußballsportverein (FSV) Blau-Weiß Wermsdorf. In den frühen 90er Jahren bestimmte die von Manfred Züchner betreute 1. Herrenmannschaft, die sich zum großen Teil aus Spielern der Schülermannschaft der 70er Jahre zusammensetzte, maßgeblich das Niveau der 1. Kreisklasse Oschatz und erlebte die erfolgreichste Zeit des Wermsdorfer Fußballs. 1993 und 1994 wurde sie Meister und Pokalsieger. 1994 gelang sogar das Tripel mit dem Gewinn der Hallenkreismeisterschaft. Auf Kreisebene ist dies eine einmalige Bilanz.

1. 1994
1. Herrenmannschaft
Kreismeister 1993, 1994; Pokalsieger 1993, 1994; Hallenkreismeister 1994

hinten v.l.: Manfred Züchner (Übungsleiter), Thomas Scholz, Jens Hänel, Jürgen Busch, 
                Thomas Johst, Jens Ortner
vorn v.l.    Udo Köhler, Ralf Finke, Rico Fleischer, Olaf Rothaug, Teffera Mekkonen,
                Hartmut Bruder

In dieser Zeit führte der Verein mehrere freundschaftliche Vergleiche mit dem westdeutschen Verein TSV Sülfeld und der SpVgg. Oberhausen-Barbelroth durch, aber auch der Kontakt mit Dolní Nemcí wurde weiterhin gepflegt. In der Folgezeit verbesserten sich die Trainings- und Wettkampfbedingungen der Fußballer sehr. Zahlreiche Erneuerungen und Modernisierungen wurden an der Sportanlage durchgeführt, u. a. die Errichtung des Hartplatzes mit einer Flutlichtanlage.
1994 begann der FSV wieder mit einer kontinuierlichen Kinder- und Jugendarbeit, die in den Jahren der politischen Wende leider vernachlässigt wurde.
Schon bald besaß der Verein wieder eine komplette und schlagkräftige Nachwuchsstaffel und der Wermsdorfer Kinderfußball nahm eine außergewöhnliche positive Entwicklung. Fast alle Altersgruppen spielten regelmäßig auf Bezirksebene. Kreismeistertitel, Pokalsiege sowie Siege bei Hallenkreismeisterschaften  wurden errungen. 2004 wurde die von Matthias Winkler und Gerd Roßberg betreute F-Jugendmannschaft (Alter 7 – 8 Jahre) sensationell Vize-Bezirksmeister. Außerdem wurden zahlreiche Spieler in Kreis- und Bezirksauswahlmannschaften berufen. Dem Wermsdorfer Jugendleiter Karsten Wolf wurde aufgrund dieser großartigen Leistungen bei der Förderung des Nachwuchsfußballs die Ehrenurkunde des Deutschen Fußballbundes verliehen.