Drei Mal Riese und eine überzeugende Beckebande – Wermsdorf schlägt Beilrode
FSV Blau-Weiß Wermsdorf – FSV Beilrode 3:0 (2:0)
Elf der Woche
Zum zweiten Heimspiel der Saison empfingen die Blau-Weißen am Samstag die Sportfreunde aus Beilrode an der Sachsendorfer Straße. Bedauerlicherweise musste Trainer Denny Beckedahl dabei auf seine Geheimwaffe der letzten Wochen verzichten, da Lukas Schulz kurzfristig krank ausfiel. So überlegte sich der Coach etwas und folgte schließlich seinem Bauchgefühl. Ein Schachzug, der sich vollauf bezahlt machen sollte.

Auf der Zehn feierte Dustin Auerbach nach Verletzung sein Startelfdebüt in dieser Saison. Nach starker Leistung in der Vorwoche als Einwechsler in einer vogelwilden Phase in Löbnitz bekam außerdem Pascal Weidner das Vertrauen als zentraler Innenverteidiger in der Dreierkette. Das zahlte der ehemalige Torjäger in den folgenden 90 Minuten doppelt und dreifach zurück, doch der Reihe nach.

Der Start ins Geschehen ging erst mal fast komplett in die Hose. Ein missglückter Abwehrgedanke landete vor den Füßen des gegnerischen Stürmers, der allerdings zum Glück der Gastgeber das Geschenk nicht annahm. Damit die Pumpe an der Seitenlinie also schon mal wieder richtig auf Temperatur, doch auch auf der Wiese sind jetzt alle in Blau-Weiß hellwach und zeigen, was das eigene Leistungsvermögen bereithält.

Nach fünf Zeigerumdrehungen geht es über links zielstrebig Richtung Tor. Die erste Welle scheitert zwar, doch Dustin Auerbach macht das Spielgerät wieder scharf und flankt präzise in den Lauf von Jan Riesenberg. Der Stürmer findet mit seinem wuchtigen Kopfball noch seinen Meister im gegnerischen Schlussmann, doch Riese setzt energisch nach und belohnt sich mit dem verwerteten Rebound selbst.

Der frühe Treffer gibt den Collmkickern spürbar Selbstvertrauen und die Unkonzentriertheiten der Vorwoche scheinen vergessen. Wermsdorf hat klar die Zügel in der Hand und erspielt sich Chance um Chance. In der 25. Spielminute ist es so weit und die 155 Zuschauer dürfen das 2:0 bejubeln. Ben Massner zieht den Spielaufbau aus der Dreierkette heraus an sich und schreibt mit seinem linken Huf ein Gedicht ins Reisetagebuch von Riese. Der schüttelt seinen Gefährten unnachahmlich ab, wird allein an der Rezeption vorstellig und checkt im Eins-gegen-Eins ohne Probleme ein.

Die Beckebande damit früh auf Kurs und in der Folge weiter ansehnlich nach vorne, aber nun nicht mehr mit der nötigen Präzision. Nach feiner Vorlage von Tom Zielinski bekommt Dustin Auerbach keinen Druck mehr hinter das Kunstleder. Louis Hoffmann macht seinem Status als Mahliser Maradona ein ums andere Mal alle Ehre, vergisst aber den Abschluss und bindet so ebenfalls keine Schleife drum.

Franz Pawletta verarbeitet eine Hereingabe technisch fein, kann sich aber nicht belohnen und auch Riese geht das Zielwasser abhanden.

Auf der anderen Seite steht mit Weidi ein Fels in der Brandung und in seinem Orbit verteidigt der FSV es als Kollektiv bis zum Pausentee abgeklärt. So müssen Trainer Beckedahl und seine Co’s Pasi und Mietzer in der Kabine nur die mangelnde Chancenverwertung anprangern, können ansonsten aber mit dem Auftritt ihrer Schützlinge zufrieden sein.

An dieser Gemengelage ändert sich auch nach Wiederbeginn erst mal nichts. Es spielt nur eine Mannschaft und die trägt heute ihr grau-schwarzes Federkleid. Zur Stundenmarke finden die Hubertusburger die Vorentscheidung. Wieder geht es von hinten raus über Masse schnell nach vorn, wo diesmal der Maler zur Baustelle beordert wird. Im gegnerischen Strafraum auf dieser angekommen, verräumt Louis erst mal noch einen Farbeimer, ehe er querlegt für Riese, der mit seinem Abschluss keine Zweifel übriglässt und sowohl sein eigenes als auch das Torekonto seiner Mannschaft an diesem Tag auf drei stellt.

Die FSV’ler bleiben in der Folge noch auf dem Gaspedal, verpassen es bis zur Schlussphase aber nachzulegen und verlieren in dieser dann den Faden. Dadurch wird Torhüter Florian Barthel noch mal fester Teil der Veranstaltung und muss bei zwei Paraden sein Können unter Beweis stellen. Masse rettet noch auf der Linie und so kribbelt es hinten zwar wieder, aber die Null bleibt stehen und die drei Punkte sind in der Tasche.

Mit Ausnahme der Schlussminuten eine reife Vorstellung der Beckebande, die damit im September jedes Spiel siegreich gestalten konnte und nun mit Rückenwind in den Herbst geht. Rieses Dreierpack ragt heraus, doch es ist vor allem das blau-weiße Kollektiv, das sich zu finden scheint und immer besser in Schwung kommt. Das gilt es, unter der Woche durch harte Arbeit weiter zu befördern und am Wochenende zu belohnen. In dem Sinne: Vamos.

An dieser Stelle sei abschließend noch mal ausdrücklicher Dank nach Ostelbien ausgesprochen für die alles andere als selbstverständliche Spende für die heimische Platzpflege infolge der Verwüstungen durch Unbekannte. Das ist ganz großer Sport!

