Testspiele Männer
Es ist Juli 2026 und die Welt schwitzt: Der Planet glüht und die Hitze erreicht neue Höchstwerte. Während in Amerika der WM-Ball durch wohltemperierte Stadien rollt und Rasenschach die nächsten Schritte hin zum kompletten Ausverkauf bestreitet, formiert sich am Fuß der Hubertusburg etwas Neues, das den Fokus auf die ursprüngliche Schönheit des Spiels legen soll. Nicht unbedingt im Sinne von feinster technischer Ausführung oder taktischer Brillanz, sondern sich besinnend auf tiefgreifendere Dinge startet der FSV in seine Vorbereitung auf die Spielzeit 26/27.
Man will den eingeschlagenen Weg weitergehen, gemeinsam sein Bestes geben und dafür hart arbeiten. Vieles ist also gleichgeblieben an der Sachsendorfer Straße – und trotzdem ist da einiges neu. Das liegt hauptsächlich daran, dass der Sommer nicht nur aufgrund seiner Temperaturen eindrücklich daherkam: Hinter den Blau-Weißen liegt die heißeste Transferphase der Vereinsgeschichte. Bei Mannschaftsleiter Jörg Büchner glühte nicht nur die Haarpracht, sondern auch das mobile Endgerät. So bekommt der eingeschworene Haufen mächtig Zuwachs. Als die Haupttrainer Denny Beckedahl und Marius Lüderßen ihre Schützlinge am 09.07. zum Trainingsauftakt bitten, gibt es erstmal eine Begrüßungsrunde, die in ihrem Umfang dem Stuhlkreis in der Kita nach einem verlängerten Wochenende nahekommt. Wenn man nicht aufpasst, bekommt man schon ein bisschen Gänsehaut und das Gefühl, dass sich hier gerade etwas Außergewöhnliches formiert.
Die nächsten Wochen untermauern genau dies. Die Colmkicker lassen sich trotz Hitze, Temperatursprüngen oder fehlenden Bällen nicht abhalten, unermüdlich an einer guten Frühform zu schrauben und die Gemeinschaft zu stärken. Noch weiß keiner so richtig, wo man steht, nur dass es sich gut anfühlt, was hier abgeht. Die ersten Testspiele bestätigen genau das: Die Kreisoberligisten Taucha II, Leisnig und Ostrau können die blau-weißen PS nicht matchen und unterliegen jeweils deutlich. An der Sachsendorfer Straße wachsen der Glaube an das eigene Leistungsvermögen und das Selbstvertrauen.
Gleichwohl erfährt die Vorbereitungsphase aber auch erste Dämpfer. Mehrere Startelfkandidaten der Beckebande erwischt das Verletzungspech und auch den Unterbau trifft es in Form von Vorjahreskapitän Benjamin Lochert, der einen Rückschlag bei seinen Leistenproblemen erleidet. Die Urlaubszeit tut ihr Übriges und so zeigt sich spätestens im August: Ein Kader kann noch so groß sein, gegen äußere Umstände des Hobbysports schützt nichts. Dennoch bleiben die Testspielergebnisse auch gegen Klinga-Ammelshain, Bennewitz und Kreinitz positiv. Die Leistungen, allen voran gegen Kreinitz, beweisen aber deutlich, dass noch viel Arbeit vor der Nordsachsenligatruppe liegt.
Die Spielgemeinschaftler sorgen mit ihren Kantersiegen über Borna und Trebsen dafür, dass die Stimmung oben bleibt. Trainer Lüdi und seine Mannen sind sich aber bewusst, dass in der Saison andere Herausforderungen warten. Im Training geht es also weiter ordentlich zur Sache und die Beteiligung bleibt außergewöhnlich hoch. So motivieren sich die Hubertusburger untereinander extrem und pushen sich bis an die Grenze. Über diese hinaus sollen sie im besten Fall beim Härtetest in Torgau gehen. Nachdem es gegen den Landesklassisten in der Anfangsphase noch nicht recht greifen will, macht sich die akribische Trainingsarbeit und vor allem die gesteigerte Spielpraxis schließlich bezahlt. In einem Testkick unter der Woche geht Wermsdorf so an sein Limit, dass die Torjubel denen von Pflichtspielen in nichts nachstehen und so leidenschaftlich geackert wird, als wäre das hier keine Partie um die goldene Ananas, sondern um den Einzug ins Pokalfinale.
Apropos Bärenpokal: Die SpG nimmt den Schwung auf und bläst nochmal mächtig Wind unter die Segel, indem sie den blau-weißen Pflichtspielauftakt erfolgreich gestaltet und im Erstrundenmatch gegen Bad Düben sowohl moralisch als auch spielerisch zu überzeugen weiß. Mit einem ungefährdeten 4:2 zieht man in die nächste Runde ein und scheint bereit für die Liga. Die Beckebande untermauert dies ebenfalls offensiv mit sieben Toren im abschließenden Test in Mochau, wirft mit fünf Gegentoren an selber Stelle aber zumindest auch einige nicht zu verachtende Fragezeichen auf.
Es ist also wie immer nach einer Vorbereitung. So richtig weiß man dann eben doch nicht, was der Stand eigentlich gerade ist und die Wahrheit wird mal wieder auf dem Platz liegen. Was man allerdings fernab von der Wiese mit Gewissheit festhalten kann, ist, dass diese Vorbereitung bei allen Beteiligten Lust auf mehr geweckt hat. Jedem FSV’ler sollte dabei klar sein, dass weiterhin nichts von alleine kommen wird. Diese neu aufgestellte Einheit besitzt zweifellos ein Potenzial, das am Fuße der Hubertusburg außergewöhnlich ist – aber das eben erstmal nur auf dem Papier. Die Ausgestaltung dessen obliegt in den nächsten Monaten jedem einzelnen Protagonisten selbst. Jedoch nicht in Form von Heroball, Alleingängen oder Arroganzanfällen, sondern durch ein stetiges Einbringen in die Gemeinschaft, Fokus auf die gemeinsamen Ziele und Hingabe für das Erreichen ebenjener.
Dabei darf (und wird) es intern gerne auch mal knallen. Wichtig ist die Konstruktivität dessen und die gestärkte Einheit danach. Zwangsläufig wird es auf diesem Weg für beide Mannschaften und das Kollektiv an sich auch Tiefen geben, die es zusammen zu durchschreiten gilt – Momente, in denen man zweifelt oder resigniert. Daher lasst uns nie vergessen, wer wir sind, wo wir herkommen und was uns auszeichnet. Dann wird es definitiv ein neues Kapitel in der blau-weißen Geschichte, das spannend und aufregend daherkommt und das wir alle zu etwas machen können, was möglicherweise länger bleibt als feinste technische Ausführung oder taktische Brillanz: Freundschaft, Leidenschaft und ein kleiner Dorfverein in Nordsachsen, der sie alle aufmischt.
PS: Da Statistiken in die eine wie in die andere Richtung fehlinterpretiert werden können, klemmen wir uns jeglichen Einbezug der Vorbereitungsdaten. Außerdem würde dieser Text sonst noch weiter ausufern, das Geheimrezept von Jan Riesenberg wäre gelüftet und was es mit Creedy als elftem Neuzugang auf sich hat auch. Also darf der geneigte Leser noch ein bisschen gespannt bleiben, wer denn dieser Söckchen ist, warum es hinten immer ein bisschen kribbeln muss und ob die Zucchini beim Coach um 10 Uhr noch gestochen wurde. Am Ende hat es Becke sowieso doch schon gesagt – in diesem Sinne: Wir sehen uns im Pflichtspieljahr 2026/2027!
SV Traktor Mochau – FSV Blau-Weiß Wermsdorf 5:7 (4:1)
SC Hartenfels Torgau – FSV Blau-Weiß Wermsdorf 3:5 (2:1)
SG Kreinitz – FSV Blau-Weiß Wermsdorf 1:1 (0:1)
SpG Luppa-Wermsdorf II – SV Trebsen 9:1 (5:0)

FSV Blau-Weiß Wermsdorf – SV Blau-Weiß Bennewitz 3:2 (1:1)
FSV Blau-Weiß Wermsdorf – SV Klinga-Ammelshain 3:1 (0:0)

SpG Luppa-Wermsdorf II – SV Borna 9:1 (6:1)
SV Ostrau – FSV Blau-Weiß Wermsdorf 0:8 (0:7)

FSV Blau-Weiß Wermsdorf – VfB Leisnig 6:1 (2:1)

FSV Blau-Weiß Wermsdorf – SG Taucha 99 U23 6:0 (3:0)

