Hubertusburger Rückblick - das Jahr 1955

Der Wermsdorfer Fußball blickt auf eine lange Tradition zurück. 2018 wollen wir gemeinsam 90 Jahre Fußball feiern. Dazu bringen wir in loser Folge Erinnerungen aus unserem Archiv. Die Wermsdorfer Fußballer hatten sich ab 1950 in der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Hubertusburg organisiert. Zwei Männermannschaften liefen 1955 für die Hubertusburger auf. Man kickte nicht nur zusammen, sondern unternahm auch gemeinsame Ausflüge, wie hier nach Pillnitz. 10 Jahre nach Kriegsende war der Schwur: „Nie wieder Krieg!“ nur noch ein leeres Versprechen. Es wurde im Namen und zum Heil der jeweiligen Ideologie in Ost und West aufgerüstet. Junge Deutsche wurden wieder bewaffnet, gedrillt, durften Panzer fahren und sollten die Landsleute „drüben“ im Ernstfall abknallen. Der Kalte Krieg zwischen Amerikanern und Russen nahm langsam Fahrt auf. Es gab aber auch Versuche kleine Brücken zu schlagen. So unternahmen die Wermsdorfer Fußballer nach langem bürokratischem hin und her eine Reise Richtung München. Man nahm an einem Fußballturnier in Trudering teil.

Als in den folgenden Jahren dem selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaat (DDR) immer mehr Untertanen den Rücken kehrten und Richtung Westdeutschland verschwanden, wurde 1961 mit dem Bau der Berliner Mauer das letzte freie Schlupfloch in den Westen geschlossen. Bis zum Fall der Mauer 1989 verbluteten hunderte DDR Flüchtlinge im Todesstreifen oder wanderten wegen versuchter Republikflucht, oftmals lange Jahre, in den Knast. Kleine Quizfrage für die älteren DDR-kundigen Jahrgänge: Wie wird nun das WM Spiel BRD versus DDR 1974 gewertet? Der einzige Torschütze, Jürgen Sparwasser, kam ja der DDR „abhanden“. Vielleicht sollte sich die FIFA, neben ihren Schmiergeldskandalen, mal zur Abwechslung mit dieser Frage beschäftigen!

Archiv KW/AK