Letztes "Testspiel" Männer

SG Kreinitz - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 10:2 (5:1)

Nach dem Derbysieg des Vortags stand für die Hubertusburger am Sonntag ein lange im Vorfeld verabredeter Test in Kreinitz auf dem Programm. Das Spiel gegen den Kreisoberligisten der Meißener Region hätte zu einem guten finalen Test für die Kupferlinge vor Ligastart am kommenden Wochenende in Doberschütz werden können, verkam letztlich aber eher zu einem zweifelhaften Sonntagsausflug.

Viele wenig günstige Faktoren kamen zusammen, sodass letztlich ein zurecht als Rumpftruppe zu bezeichnender Haufen nach Oberelbe aufbrach. Auf der Trainerbank musste Marius Lüderßen für die urlaubenden Kupfer und Horbas platznehmen, wobei dies wortwörtlich zu sehen war, da der eigentliche C-Jugendtrainer bis in die frühen Morgenstunden noch auf einer Jugendweihe in Berlin weilte und dort wohl ein schlechtes Wasser zu viel erwischte und seine Probleme mit der Schwerkraft hatte. Damit konnte er sich jedenfalls bestens in den Zustand seiner heutigen Schützlinge einreihen. Zwar standen „Lü“ mit Beckedahl, Schönitz, Keller, Köppe, Kupfer und Eckert sechs Startelfspieler des Vortags zur Verfügung, deren Verfassung als „angeschlagen“ zu beschreiben käme allerdings noch viel zu schmeichelhaft daher. Sinnbildlich hierfür eine Szene zum Treff, wo richtigerweise festgestellt werden musste, dass die Abstützhilfe Hausfassade von alleine stehen würde, der ein oder andere daran nur mit Mühe lehnende Hubertusburger aber so seine lieben Mühen hatte.

Der gleichgewichtsgestörte, beachtlich verkaterte Teil der Bande wurde weiterhin ergänzt durch die schon mehr oder weniger im ruhestandbefindliche Allzweckwaffe Marc „Belocki“ Käseberg, dessen Haarpracht nur mürrisch übers Geläuf wirbeln sollte, sowie den reaktivierten Oldie Denis Vettermann. Außerdem dabei - Reserve-Knipser Dominic Lewick in die Startelf, wo sich mit Lucas Bruder und Tim „Jerry“ Böhm außerdem auch zwei wenig herrenfußballerprobte A-Junioren wiederfanden.

Nicht so recht im vollen Bewusstsein wo er überhaupt ist, hatte Held des Vortags Meik Eckert einen schweren Stand, wurde vom Trainer nach nur wenigen Minuten und einigen missglückten Ballsichtungsversuchen für spieluntauglich befunden und durfte es sich am Spielfeldrand in gemütlicher Pose bequem machen. Was die Nummer 17 sah, oder wenn die Augen nicht Hasche spielen würden gesehen hätte, war an Peinlichkeit kaum mehr zu überbieten. Stürmer suchte man in Blau-Weiß nahezu vergeblich, das Mittelfeld stürzte über die Wiese und war im Großen und Ganze froh darüber, Fußballschuhe richtig herum angezogen zu haben und eine Defensive existierte schlichtweg nicht. Ähnlich den isotonischen Getränken der vorabendlichen Feierlichkeiten klingelte es somit mehrmals kräftig im Wermsdorfer Gehäuse. 5:1 Pausenstand, 10:2 Endergebnis.

Ein Mantel des Schweigens sollte und wird über das „Spiel“ gehüllt und das Kapitel Kreinitz für den FSV erstmal schnell zu den Akten gelegt. Die Hubertusburger finden jedenfalls umgehend die Erdung nach einem überzeugenden Derbysieg und anschließender Ekstase. Festgehalten werden kann jedoch, dass beim Konterbier danach die Mienen so langsam wieder aufhellten, einige den Durst neu erweckten und andere einfach froh waren, den Tag irgendwie überstanden zu haben und allmählich wieder geradeaus gucken konnten.

Aufstellung: Schönitz, Wahrig (Vettermann), Beckedahl, Bruder, Kupfer, Köppe, Eckert (Käseberg), Keller, Baumann, Lewick, Arendt

Justus Keller/Bilder AK