Gelungener Pokalauftakt - Ecki und Max netzen in Luppa ein

SpG Wermsdorf/Luppa - FSV Wacker Dahlen 3:1 (1:0)  Statistik/Galerie

Am Samstag war es endlich wieder soweit. Während die europäischen Topligen allmählich den Ligaalltag aufnehmen, der DFB Pokal gerade die nächsten Kapitel seiner Geschichte schreibt und Bayern München noch verzweifelt versucht Spieler zu verpflichten, rollte der Ball zur Erleichterung des ein oder anderen Familienvaters mit Entlastungsbedürfnis auch in der Collm-Region wieder. Für Fußballbegeisterte in und um die Hubertusburg herum hielt die Losfee dabei gleich einen echten Leckerbissen bereit. Während die „Erste“ mit Freikarte in die nächste Runde des TZ-Bärenpokals rückte, empfing die Spielgemeinschaft WermsdorfII/Luppa am vergangenen Samstag den FSV Wacker Dahlen zum Erstrunden Duell. Das Aufeinandertreffen des heimischen Kreisligisten gegen den Nordsachsenligisten im Vorfeld als „kleines Derby“ tituliert, schon mit reichlich Spannung aufgeladen.

Die Rollenverteilung ob des höherklassigen Kontrahenten eigentlich klar geregelt, aufgrund von Urlaubszeit und durch Verletzungsausfälle musste Mannschaftsleiter Jörg Büchner im Vorfeld der Partie allerdings eine angespannte Personalsituation managen, konnte sich dabei der Unterstützung der ersten Männermannschaft der Blau-Weißen erfreuen und somit letztlich auf einen durch Akteure aus der kupferschen Bronzemannschaft verstärkte Truppe zurückgreifen. Die brannte aufs erste Klingenkreuzen mit dem Rivalen aus der Sackhüpferstadt, ging mit breiter Brust in die Partie auf dem Luppaer Teppich aus saftigem Grün.

Der Matchplan der Gastgeber wie von Trainer Robert Natzke im Vorfeld bereits angekündigt, geprägt von defensiver Grundordnung und daraus resultierend kontrolliertem Pressing. Zwar kamen die Wackeren nach kaum fünf Zeigerumdrehungen zu einer ersten vielversprechenden Abschlussmöglichkeit als Konsequenz einer scharf getretenen Nelde-Ecke, doch mit diesem Wecker im Hinterkopf übernahm Blau-Weiß in der Folge die Kontrolle über das Geschehen.

Stürmer Florian Böttger wirbelte der roten Hintermannschaft in schöner Regelmäßigkeit Knoten in die Beine, der Mittelfeldverbund um die vier K‘s (Köppe, Keller, Kupfer, Körner) dominierte die Zentrale und hinten stoppte der neue Fels in der Brandung Denny Beckedahl im Zusammenspiel mit Torwart Benjamin Schönitz jeglichen Verkehr Richtung eigener Torstangen. Die Luppaer Stadionanzeige, über die Dorfgrenzen hinaus fehlinterpretiert als Kirchturmuhr zeigte zufälligerweise soeben 14:14 Uhr, da verwechselte sich die Spielgemeinschaft mal kurz mit dem FC Barcelona. In Tiki-Taka Manier kombinieren sich die Pep Büchner Schützlinge im One-Touch Stil aus der eigenen Hälfte hinaus und schließen den Angriff in weniger als 14 Sekunden durchschlagend erfolgreich ab. Sebastian Körner steckt vom Anstoßkreis aus im perfekten Moment auf seinen Kapitän Justus Keller durch, der über den rechten Flügel von der Strafraumkante nach innen legt und dort den mitgeeilten Maik Eckert findet, der abgezockt abschließt und nach 14 gespielten Minuten zur Führung einschieben kann.

Der verdiente Lohn für kollektiv harte Arbeit, Konzentration und Entschlossenheit bisher als überzeugende Mittel aufseiten des Kreis(ober)ligisten. Der drückt das Gaspedal weiter durch. Während die Gäste aus dem Heideland teilweise nicht so recht wissen was mit dem Spielgerät bei eigenem Aufbau anzustellen ist, lauert Blau-Weiß genau auf diese Fehler und kommt brandgefährlich auf. Einzig Wacker Schlussmann Chris Föllner präsentiert sich im Rot-Weißen Gewand auf der Höhe eines Pokalfigths, bewahrt seine Farben mit zwei Glanztaten gegen Flori Böttger und Maik „Mettus XIV“ Eckert Abschlüsse vor Schlimmeren.

So bleibt die Führung für die Heimelf unnötig dünn, eine bessere Ausgangslage für den zweiten Spielabschnitt wird verpasst.

In diesen starten die Spielgemeinschaftler erfahrungsgemäß fahrlässig, Wacker kann unbedrängt kontern, verfehlt das Ziel letztlich aber deutlich. Wermsdorf/Luppa findet also abermals früh den Hallo-Wach-Effekt, ist nun voll zurück im Geschehen. Dahlen Trainer Belitz versucht Stellschrauben zu drehen und offensiver zu wechseln, die Gastgeber aber mit der passenden Antwort, spielen seriös-defensiv und warten auf die Lücke.

Währenddessen qualifizieren sich einige Fachexperten an der Seitenlinie eher für RTL-Formate als für Einladungen zu Sport1-Doppelpassrunden, was Schiedsrichter Hartig schließlich gar dazu bewegt, einige ernste Worte in Richtung Gästebank zu schicken. Nach einer guten gespielten Stunde wird es im dortigen Lager zwar immer noch nur wenig niveauvoller, aber immerhin leise. „Haupe“ Körner findet mit seinem Einruf Teamkollege Böttger, der blind zur Seite legt, wo Schlitzohr Eckert schon lauert und während sich ein Großteil der Zuschauer noch fragt wie der Kugelblitz so schnell von dem ihm angestammten rechten Flügel zur linken Strafraumkante kommen konnte, den Doppelpack schnürt, Föllner vergeblich fliegen lässt und gefühlvoll ins kurze Eck einbastelt.

Der Treffer ebnet den weiteren Weg, die Heimelf mittlerweile mit zunehmend selbstvertrauender Gewissheit, sich das hier nicht mehr nehmen zu lassen. Die Heideländer werfen alles nach vorne, versuchen es zumindest. Doch viel mehr als weite Bälle auf Stoßstürmer Kai Fischer fallen nicht ein und da der persönliche Bewacher des 27-Tore Mannes der Vorsaison Tom Köppe über sich selbst hinaus wächst und jegliche Bemühungen zur Entfaltung abläuft, grätscht, köpft oder sonst wie wegarbeitet halten die Blau-Weißen fest Kurs Richtung nächster Runde. Das bekommen auch die Gäste mit und kommen verständlicherweise zunehmend gefrustet daher. Keine Erklärung oder Entschuldigung aber für den Anschlag, den Peter Schmidt auf Außenverteidiger Holger Siebert verübt. Mit bloßer Absicht zur Verletzung geht die Nummer fünf mit Ellbogen voran ins Laufduell gegen den agileren „Mücke“ und kracht den Vorbeisausenden in vollem Tempo einfach um. Der fällt nie von alleine und steht normalerweise selbst nach gröberen Zusammenstößen umgehend wieder auf, doch diesmal ist selbst die blau-weiße Nummer 3 K.O. Für den sauberen Knock-Out Schlag gibt es weder den Schwergewichtsweltmeistergürtel, noch den roten Karton, was einer Farce gleichkommt.

Siebert kämpft und taumelt sich die verbleibende gute Viertelstunde über den Platz, Max Sommer gibt die spielerische Antwort. 14 Minuten vor Spielende wird ein Körner Schuss auf die Füße des Stürmers abgefälscht und die Entscheidung ist gefunden. Basti Körner setzt einen fast perfekt getretenen Freistoß noch an die Latte, der Rest ist blau-weißer Jubel und die Gewissheit, ein grandioses Fußballfest zu feiern.

Die Anspannung fällt allmählich ab und die Platzbesitzer genießen die letzten Minuten des Geschehens, in dem der eingewechselte Anton Schreiber eine Zeigerumdrehung vor Ladenschluss noch den Ehrentreffer besorgen darf.

Die Spielgemeinschaftler kegeln den Nachbarn und ehemaligen Titelverteidiger also verdientermaßen aus dem Pokal. Natürlich muss dabei festgehalten werden, dass hier keinesfalls eine Zweitvertretung an den Start ging. Da dies allerdings nur im Sinne des Wettbewerbs daherkommt und die Gegner dem eigenen Anspruch entsprechend nun wahrlich auch kein Karnevalsverein sind, wird dies wohl kaum als Argument zählen dürfen. Blau-Weiß setzt somit die erste Duftmarke einer spannenden Spielzeit 19/20, Fortsetzung folgt.

Schiedsrichter: Oliver Hartig

Zuschauer: 70

Aufstellung: Schönitz, Siebert, Beckedahl, Franke, Kupfer, Köppe, Körner (Plakinger), Keller, Eckert, Böttger (Schneider), Sommer (Kühn)

Justus Keller/Bilder AK