1. Test in Döbeln

Döbelner SC - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 3:2 (1:0) Statistik

Am vergangenen Sonntag versammelte Trainer Dierk Kupfer seine Schützlinge zum ersten Test der Saison 2019/2020. Der Nordsachsenligadritte dabei direkt vor einem Härtetest, gastierte nach erst zwei Trainingseinheiten in der noch frischen Vorbereitung beim Landesklasseabsteiger Döbelner SC. Die Hubertusburger dabei nach dem Freiberg-Karriere Ende nochmals startelfverjüngt, Neuzugang Patrick Kupfer feiert sein Debüt. Der Sechser fügte sich in 45 Minuten Spielzeit bereits gut ins System seines Onkels ein, zeigte im zentral-defensiven Mittelfeld vielversprechende Ansätze, insbesondere im Zusammenspiel mit den neuen Mannschaftskameraden. Ansonsten das Motto in Blau-Weiß, neue Saison – alte Probleme.

Die Gäste kamen engagiert und mit reichlich Schwung ins Geschehen, erarbeiteten sich umgehend erste vielversprechende Abschlüssmöglichkeiten und versiebten diese in gewohnt zuverlässiger Manier mustergültig. Auf der anderen Seite gab sich die Abwehr um Libero Denny Beckedahl aber von Beginn an aufmerksam und bot den Platzbesitzern wenig Raum zur Entfaltung. So entwickelte sich ein munterer und gutklassiger Kick, der beide Mannschaften ordentlich forderte und dem ein oder anderen Spieler sicherlich einen gewissen Konditionsnachholbedarf offenbarte. Mitte des ersten Durchgangs übernahmen die Kupferlinge zunehmend das Heft des Handelns, Dominic Arendt und Justus Keller mit den besten Möglichkeiten auf dem Fuß und mehrmalig gutem Test für die Stabilität des Döbelner Fangnetzes. Effektiver der SC, der nach Torwartfehler infolge einer Freistoßflanke glücklich zur Führung in diese blau-weiße Drangphase hinein kommt. Die FSV’ler davon unbeeindruckt, ziehen ihr Spiel weiter auf und halten optisches Oberwasser, bis zur Pause bleibt ein eigener Torerfolg aber aus. Trainer Dierk Kupfer dreht einige Stellschrauben, appelliert vor allem an Konzentration bei entscheidenden Bällen im letzten Drittel. Die Ansprache trägt umgehend Früchte, Jakob „Jacky“ Jülich besorgt kurz nach Wiederbeginn auf Körner-Hereingabe mit einem eingesprungenen Flamingo-Knieschuss den Ausgleich. Das Tempo der ersten Hälfte verflacht in der Folge des zweiten Durchgangs zusehends, fehlende Matchpraxis macht sich bemerkbar. Die Wermsdorfer dennoch mit einer ganzen Palette weiterer Torchancen, aber auch Döbeln kommt zu einigen guten Abschlüssen auf das blau-weiße Tor, wo Robyn Staude nach der Pause Stammtorwart und Kapitän Benjamin Schönitz abgelöst hat. Abermals ist es dann ein individueller Fehler in Wermsdorfs Hintermannschaft, der Döbeln in der 79. Minute auf die Anzeige bringt, Stürmer Amidu Dadi staubt zum 2:1 ab. Die Gäste wachgerüttelt, intensivieren die Bemühungen auf den abermaligen Ausgleich und mobilisieren nochmal letzte Körner. Den wirklichen Punch vorm gegnerischen Tor finden die Hubertusburger an diesem hochsommerlichen Sonntag aber einfach nicht mehr, wieder segeln die Schüsse an den Torstangen vorbei oder klatschten gegen Döbelns Schlussmann. Besser macht es wiederrum Dadi, der in der 87. Minute einen Konter zum 3:1 einnetzt. Unmittelbar vorausgegangen ein blau-weißer 4 gegen 2 Angriff, den es in den nächsten Begegnungen und im Ligaalltag einfach besser auszuspielen und zu vollenden gilt. Den wohl schönsten Spielzug des Tages haben sich die Kupfer-Schützlinge dann aber offenbar doch noch bis zum Ende aufgespart. Ein Hauch von Tiki-Taka weht durch die Stiefelstadt, der Nordsachsenligist lässt Ball und Gegner wunderbar laufen und zeigt einmal wie einfach Fußball eigentlich sein kann. Am Ende der Doppelpass-Stafette setzt sich Sebastian Körner entschlossen durch und endlich behält einer in Blau-Weiß vor dem gegnerischen Tor mal die Ruhe, der 3:2 Entstand.
Trotz der Niederlage ein gelungener Test für die Kupferlinge, die sich hochmotiviert und entschlossen zeigten. Für die kommenden Wochen gilt es nun die gesammelten Erkenntnisse in fleißiger Trainingsarbeit umzusetzen und individuelle Defizite abzubauen.

Eingesetzte Spieler: Schönitz (Robyn Staude), Robby Staude, Denny Beckedahl, Weidner, Köppe, Kupfer (Eckert), Körner, Keller, Jülich, Arendt (Sommer), Böttger (Wolf)

Justus Keller/Bilder René Wegner