Klasse Saisonabschluss unserer Männer vor großer Kulisse und einem attraktiven Testspielpartner

FSV Blau-Weiß Wermsdorf - 1. FC Lokomotive Leipzig 2:10 (0:6)    Hier gehts zur Bildergalerie!

Am Samstag dampfte die Loksche an der Sachsendorfer Straße ein. Hochsommerliche Temperaturen, wolkenloser Himmel und gut 450 Zuschauer bildeten einen würdigen Rahmen für das blau-weiße Highlight des Jahres. Die Hubertusburger mit dem Willen, das Geschehen so lange und gut wie möglich offen zu halten und außerdem mit der Mission, eine zweistellige Niederlage zu verhindern.

So gingen die Kupferlinge hochkonzentriert und maximal motiviert in die Partie, erwehrten sich tapfer den ersten Angriffsbemühungen der Gäste. Die machten den Vierklassenunterschied früh deutlich, zeigten breite Brust und drückten Richtung Schönitz Tor. Die FSV’ler können aber ansehnlich dagegenhalten, verschieben ganzheitlich geschlossen und kämpfen mit viel Herz gegen das spielerische Übergewicht. Für gelegentliche Entlastung sorgen weite Bälle in die Spitze, die allerdings kaum Gefahr erzeugen können. Die Uhr tickt, Wermsdorf läuft und Lok spielt Fußball. Immerhin 22 Zeigerumdrehungen überstehen die Hubertusburger so, dann klingelt es zum ersten Mal. In der blau-weißen Hintermannschaft wird gepennt und nicht rausgeschoben, der Regionalligist bestraft umgehend und stellt auf 0:1. In der folgenden Trinkpause bleibt kurz Zeit zum Durchschnaufen und erstem Resümieren, dass die Gäste tatsächlich etwas besser sind als die Gegner der Nordsachsenliga. Eine knappe halbe Stunde ist rum, da fangen die Gastgeber einen Eckballgegentreffer.

Auf der anderen Seite kann Florian Böttger beinahe die direkte Antwort geben, scheitert nach erfolgreicher Balleroberung aber. Die erste echte blau-weiße Torchance bringt der Heimelf eine kurze „Drangphase“.

Wieder ist es Böttger, der es nun von der Strafraumgrenze mit einem Heber versucht, aber zu genau zielt und so vergibt. Wenig später der Stürmer den Möglichkeiten-Hattrick perfekt, köpft nach Sebastian Hanisch Freistoßflanke am langen Pfosten vorbei. So bleibt der Aufwand der ersten Hälfte unbelohnt und das Unheil nimmt seinen Lauf. Der von Wermsdorf bis hier her hinterlassene gute Eindruck wird mit den Schlussminuten des ersten Durchgangs zu Nichte gemacht. 41, 42, 44, 45 – es klingt so bitter wie es ist, die Leipziger ziehen das Tempo mächtig an, der FSV weiß kurz mal nicht wo oben und unten ist und schon geht es mit einem dann doch enttäuschendem 0:6 in die Kabine.

Lange gut gegengehalten und zum Ende hin komplett den Faden verloren. Schade auch, dass einige Akteure der Gäste nicht nur mit ansehnlichem Fußballspiel glänzen, sondern auch mit mehr oder weniger ausgeprägten Starallüren auffallen, meckern und beleidigen was das Zeug hält und ordentlich aufführen. Die Pause kommt den Platzbesitzer in jedem Fall gelegen, Zeit zum Sammeln, Durchatmen und Neuordnen.

Der Regionalligist stellt zum zweiten Spielabschnitt einiges um, probiert sich aus. Das gibt den Hubertusburgern die Möglichkeit mit Mut und Entschlossenheit größeres Unheil vorerst zu verhindern. Man hält die Gäste nun zumeist vom eigenen Strafraum fern und kann eigene Akzente setzen. Es ist die 54. Spielminute, da findet Blau-Weiß sein Glück. Eine Einwurfvariante von Sebastian Körner auf Justus Keller überrascht den Viertligisten und der Kopfball segelt ins Netz. Die Freude groß, das Minimalziel des einen Torerfolgs ist erreicht. Die Loksche reagiert auf den Beginn der blau-weißen Aufholjagd, stellt nach jeweils verheerenden individuellen Fehlern der Wermsdorfer bis zur 82. Minute auf 1:9. Die Kupferlinge ackern gegen die drohende zehnte Bude, suchen ihr Heil in der Offensive. Tatsächlich bringt ein Trick mit zugerufenem und angedeutetem Pass zwischen Keller und Böttger die Sachsendorfer Straße erneut zum Beben, denn Sebastian Hanisch ist als Konsequenz der Fehlspekulation in der Leipziger Hintermannschaft blank durch und wird vom gegnerischen Hüter abgeräumt. Den fälligen Elfmeter schnappt sich Meik Eckert, verwandelt sicher und zeigt schließlich einen Feiersolo was ihn locker in die Regionalliga spülen müsste.

Die blau-weißen Beine sind nun schwer, die Oberschenkelbrennen und der im Vergleich zum Gegner exzessive Bierkonsum förderte bei manch einem deutliche Ausdauernachteile zu Tage. So setzt es mit Schlusspfiff ärgerlicherweise noch das 2:10. Damit wird es also doch zweistellig, Wermsdorf verpasst das zweite Ziel „knapp“. Dennoch erlebt der FSV einen äußerst gelungen Fußballtag, feiert im Anschluss ausgelassen die fabelhafte Saison bei Lammschmaus und Erfrischungsgetränkegenuss.
Lokomotive als Regionaligist mit Anspruch auf Liga drei war dann doch einige Nummern zu groß, die Hubertusburger bringen aber dennoch auch gegen die Übermacht die eigene DNA vom kollektiven Kampf, großem Teamgeist und hoher Laufbereitschaft auf den Rasen. Außerdem immerhin zweimal die Chance zum eigenen Torjubel, keine ernsthaften Verletzungen und wichtige Erfahrungen für die kommende Saison, wenn die Gegner dann nicht mehr Lokomotive Leipzig sondern Krostitz II oder Zschortau heißen. Herzlichen Dank an die 22 Vereinshelfer, die schon am Vortag den Sportplatz und das Umfeld vorbereiteten, als Ordner, Parkplatzeinweiser, am Grill- und Getränkestand ehrenamtlich dafür sorgten, dass es ein gelungener Fußballnachmittag wurde.

Schiedsrichter: Fabian Görke (Naunhof)

Zuschauer: 450

Wermsdorf: Schönitz, Robyn Staude, D. Weidner, Beckedahl, Eckert, Jülich, Siebert, Keller, Robby Staude, Köppe, Hanisch, Körner, Springer, Rademacher, Arendt, Sommer, Böttger

Lok Leipzig: Kycek, Berger, Rogge, Schinke, Ziane, Butzke, Wagner, Schulze, Heynke, Sindik, Misch, Wenzel, Urban, Senic, Soyak, Wolf, Pannier, Zickert, Salewski, Mvibudulo

Spieleinschätzung der Loksche

Justus Keller/Bilder RW und AK