Bewegender Saisonabschluss beim FSV Beilrode

FSV Beilrode - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 2:5 (1:2)   Statistik/Galerie

Zum Abschluss der Saison gastierten die Blau-Weißen in Beilrode. Robyn Staude ersetzte Benni Schönitz im Wermsdorfer Tor, ansonsten konnte Trainer Dierk Kupfer auf die Erfolgself der Vorwoche setzen, die dank dem Heimsieg über Torgau nun alles in der eigenen Hand hatte.

Selbstbewusst und engagiert wollten die Gäste den dritten Platz klarmachen, kamen dabei allerdings nur schwer in die Gänge. Beim nun wirklich letzten Spiel von Sebastian Freiberg hatten sich alle offenbar zu viel vorgenommen, die Kupferlinge agierten hektisch und verkopft. Gegen eine wirklich löchrige gegnerische Hintermannschaft wurde leider anstatt Fußball zu spielen, vermehrt gebolzt und Langholz gespielt. Wenig ansehnlich und fußballerisch wertvoll, dennoch springen so die ersten Abschlussmöglichkeiten raus.

Die hundertprozentige Chance vergibt Stürmer Dodo Arendt nach knappen zehn Minuten, als ihm im Eins-gegen-Eins die Nerven versagen. Die Hubertusburger kommen zu weiteren guten Schussgelegenheiten, Fußball spielen sie aber nicht. Eine Mischung aus halbgarem Pressing, Faulheit und kollektiver Unordnung zeichnet ein so für Blau-Weiß äußerst untypisches Bild und bringt Unruhe.

Für Milderung kann Arendt glücklicherweise nach 21 Zeigerumdrehungen sorgen, auf Steckpass-Vorlage von Sebastian Körner ist der Stürmer im linken Strafraumeck durch, dreht ab, legt sich den Ball auf den starken Rechten zurecht und trifft satt und sehenswert schön ins lange Eck zur Gästeführung. Das Geschehen plätscherte in der Folge so vor sich her, ehe es dann in der 38. Minute mal wieder so weit ist, Justus Keller holt sich Rot ab.

Sinnloser Körperkontakt nach harmlosem weiten Ball von Beilrode, deren Stürmer dankend abhebt. Schiedsrichter Haupt legt es zur blau-weißen Entgeisterung als Notbremse und die Vereitlung einer klaren Torchance aus. Selbst Beilroder Bekundungen, dass ein Platzverweis überzogen ist, helfen nichts und so geht es in Unterzahl weiter. Das Dilemma wird abgerundet von Dave Diener, den fälligen Freistoß direkt ins Torwarteck setzt und den Ausgleich aus dem Nichts macht.

Die FSV’ler nun also vor einer deutlich erschwerten Aufgabe, hier den gelungen Abschluss der Saison und einen würdigen Resiabschied zu finden. Mit dem Pausenpfiff nochmal Ecke für die Hubertusburger, Arendt schlägt mit Schnitt an die Fünf, wo Böttger angesprungen kommt und per Kopf die erneute Führung besorgt.

So gilt es für Trainer Kupfer seine Jungs einzufangen, hier jetzt mit den Gedanken komplett auf den Platz zu holen und die sonst so ausgezeichnete Leidenschaft zu aktivieren. Mit Wiederbeginn ist dann in Blau-Weiß wirklich wieder alles wie gehabt, es setzt natürlich den frühen Treffer im zweiten Durchgang. Wie in der Vorwoche ist es auch diesmal die 49. Minute, Diener kann nicht entscheidend gestört werden, dreht sich einmal um die eigene Achse und netzt zum 2:2. Die Uhren demzufolge wieder auf null, eine komische Partie geht munter weiter, ohne viel Spielkultur oder wirklich durchschlagendem Einsatz. Beiden Teams sind mangelnde Konzentration, ob der Hitze oder dem Zustand des letzten Spiels anzumerken.

Wermsdorf als designierter Dritter will scheinbar nicht so richtig, Beilrode als feststehender Absteiger kann nicht mehr. So vergeht die Zeit mit viel Leerlauf, mal ein Heimelf Konter gegen offene Gäste der unzureichend ausgekickt wird und auf der anderen Seite einige Großchancen die verballert werden. Die Schlussphase bringt die Entscheidung. Einen Becke-Ball nimmt Arendt auf Höhe der Mittellinie auf und knallt den Turbo rein. Zweimalige Tempoverlagerung gegen die Beilroder Abwehr und dann findet die Nummer 7 den Weg ins Glück, schiebt nach starkem Solo überlegt ins kurze Eck ein und dreht zum Jubel mit Mannschaftskollege Keller hinter der Bande ab.

Der Bann gebrochen, die Gegenwehr der Gastgeber weggeblasen und so machen es die Kupferlinge mit den Schlussminuten auch trotz Unterzahl noch standesgemäß. Einen Aufbaufehler fängt Flori Böttger ab und steckt umgehend durch auf Nebenmann Arendt, der im Laufduell abermals nicht mehr einzufangen ist und in der 90. Minute auf 2:4 stellt. Den lupenreinen Hattrick macht Wermsdorfs treffsicherster Spieler der Saison mit dem Schlusspfiff perfekt, als er den besten Angriff des Spiels veredelt.

Bei seinem schnellen Kombinationsspiel über mehrere Stationen beweist der FSV, dass er entgegen dem vorangegangenen Gesehen doch eine passable Fußballtruppe ist, Arendt hebt das Spielgerät schließlich aus dem Stand gefühlvoll ins lange Eck zum Traumtor, seinem 16. Erfolg der Spielzeit und zum versöhnlichen Ende der Saison. Es ist der letzte Treffer, den das Team mit Kapitän Freiberg als aktivem Teil auf dem Feld feiern wird, die eine oder andere Träne kullert. Unsere Beilroder Freunde verabschieden wichtige Bausteine der eigenen Familie und werden hoffentlich bald in die Nordsachsenliga zurückkehren. Die Abschiedsveranstaltung nach Abpfiff als ausgelassene Sause mit reichlich Erfrischungsgetränken und gutem Essen.

Der 2:5 Auswärtssieg bringt Blau-Weiß den dritten Platz der Nordsachsenliga. Außerdem glückt die Revanche für die Heimspielniederlage aus dem Hinspiel. Die Kupferlinge wiederholen also entgegen einstimmiger Prognosen die Vorjahressensation, gehen den eigenen Weg weiter mit Siebenmeilenstiefeln und sind noch lange nicht satt.

Schiedsrichter: Sascha Haupt

Zuschauer: 66

Aufstellung: Robyn Staude, Weidner, Beckedahl, Robby Staude, Keller, Freiberg (Köppe), Jülich, Körner, Springer, Böttger, Arendt

Justus Keller/Bilder René Wegner