Vorfreude auf die Loksche - der Regionalligist mit einem Freundschaftsspiel bei den Hubertusburgern/Jürgen Hessel im Interview

Eintritt diesmal auch für Vereinsmitglieder

Weil der abermalige blau-weiße Ligahöhenflug auf den Bronzeplatz der Nordsachsenliga so schön war, wollen sich die Hubertusburger am kommenden Samstag mal wieder richtig erden lassen – empfangen Regionalligist Lokomotive Leipzig an der Sachsendorfer Straße zum Spiel des Jahres – Anstoß 15 Uhr. Die Zuschauer dürfen sich auf bis in die Haarspitzen motivierte Kupferlinge und sicherlich viele Gästetore freuen. Abzuwarten bleibt, wie lange die Kreisoberligisten gegen die bereits wieder in der Vorbereitung zur neuen Saison befindliche Übermacht aus Leipzig bestehen können, Mut macht, dass Testspiele ja bekanntermaßen ihre eigenen Gesetze haben. Für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein, der Wetterbericht verheißt ebenfalls würdige Bedingungen. Es ist also angerichtet an der Sachsendorfer Straße, die gelungene Saison findet ihr absolutes Highlight und Blau-Weiß hofft auf zahlreiche Unterstützer bei der Mission „Nicht-zweistellig und vorne irgendwie Eins reinmachen“! Zuschauer, die mit dem Fahrzeug kommen, werden gebeten rechtzeitig anzureisen. Ein Teil unseres Hartplatzes neben dem Spielfeld wird als Parkfläche zur Verfügung gestellt. Justus Keller

Jürgen Hessel (39), Geschäftsführer der Glas und Systembau GmbH, holte die Loksche zum Freundschaftsspiel an die Sachsendorfer Straße. Über Hintergründe und Motive unterhielt sich André Kamm mit dem Wermsdorfer und zweifachen Familienvater.

AK: Jürgen, 20 Mitarbeiter, die Auftragsbücher sind voll, du hast in Mitteldeutschland gut zu tun. Bleibt noch Zeit für den Fußball?

Jürgen: Neben der Familie ist der Fußball meine Leidenschaft. Ich versuche es so gut es geht unter einen Hut zu bringen.

Dabei ist der 1. FC Lokomotive Leipzig dein Verein. Wie kam es zu der Blau-Gelben Leidenschaft?

Als Jugendlicher war der VfB Leipzig meine große Liebe. Ich war fasziniert, wie sich der Verein vom Abstiegskandidaten der 2. Liga zum Aufstiegsaspiranten entwickelte und habe das Abenteuer Bundesliga 1993-94 noch gut in Erinnerung.

Durch Missmanagement und Abstiege war 2004 mit der Insolvenz des traditionsreichen VfB erstmal Schluss.

Trotzdem bin ich dem wiedergeründeten Fußballverein Lok Leipzig treu geblieben. Der traditionsreiche Verein hat schwere Zeiten erlebt. Seit einigen Jahren geht es aufwärts, professionelle Strukturen wurden geschaffen, die Fans stehen zur Mannschaft. Ziel ist der Aufstieg in die 3. Bundesliga.

Welche Rolle spielst du dabei?

Ich schaue mir natürlich die Spiele an, bin darüber hinaus jetzt über 2 Jahre als Sponsor aktiv. Während bei RB das große Geld hauptsächlich von einem Brausemulti fließt, kommt die Unterstützung für die traditionsreichen Leipziger Regionalligisten aus dem Mittelstand und kleinen Handwerksbetrieben.

Wie kam es dazu, dass die Loksche nun in Kürze zum FSV Blau-Weiß Wermsdorf dampft und am 29. Juni an der Sachsendorfer Straße Station macht?

Da muss ich etwas ausholen. Das große Fußball-Areal rund um das Bruno-Plache Stadion wird schrittweise modernisiert. Dau zählt auch ein Kunstrasenplatz, der in Kürze seiner Bestimmung übergeben wird – Kostenpunkt für das blau-gelbe Mammutprojekt etwa 1 Millionen Euro.

Ein ziemlicher Brocken für den Regionalligisten.

So ist es. 50 % der Gesamtsumme steuerte die Stadt Leipzig bei und 40 % waren Fördergelder vom Freistaat Sachsen.

Bleiben schlappe 100.000 Euro.

Diesen notwendigen Eigenanteil hat der Verein über Crowdfunding (Gruppenfinanzierung durch viele Kleinspender/Redaktion) finanziert. Daneben gab es auch Möglichkeiten, die Mannschaft für ein Testspiel zu buchen.

War die Aktion erfolgreich?

Unbedingt, mit den Zuwendungen vieler Unterstützer wurde der Eigenanteil erbracht.

Warum Wermsdorf als Austragungsort?

Ich habe selbst jahrelang in der Region Fußball gespielt. In meiner Jugendzeit bei der SG Sachsenobst/Mahlis. Wegen eines Knorpelschadens musste ich verletzungsbedingt einige Jahre pausieren und wurde dann von Karsten Wolf zu den Hubertusburgern geholt. Dort habe ich bis 2012 in der zweiten Männermannschaft als Vorstopper oder Libero gekickt.

Inzwischen sind sieben Jahre vergangen und immer noch mit dem Herzen Hubertusburger?

Ja, ich verfolge die positive Entwicklung des Vereins in den letzten Jahren und habe mich als Sponsor im Nachwuchsbereich engagiert.

Worauf können sich die Fußballinteressierten rund um den Collm freuen?

Auf ein tolles Fußballevent am Fuße der Hubertusburg. Vielleicht ist ja auch Benjamin Kirsten vor Ort. Für die vielen Dynamofans der Region sicher ein klangvoller Name.