Resis Junggesellenabschied mit überzeugender Auswärtsleistung bei den Concorden eingeleutet/Viel Platz auf der Hubertusburger Wechselbank

SV Concordia Schenkenberg - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 0:5 (0:3)  Statistik/Galerie

Am Samstag gastierten die Hubertusburger in Schenkenberg. Die Saison neigt sich dem Ende, Blau-Weiß kämpft um Platz drei, somit ein Auswärtssieg bei den Randdelitzscher eigentlich Pflicht. Die spielen ihrerseits ein bockstarkes Jahr 2019, sind seit 10 Spielen ungeschlagen und befinden sich spätestens nach dem 5:1 Kantersieg über die Zweitplatzierten Süptitzer im absoluten Formhoch. Der FSV also mit einer Mamutaufgabe vor der Brust und dabei bedauerlicherweise empfindlich ersatzgeschwächt. Zahlreiche Ausfälle durch Verletzungen, Männertagsnachwirkungen oder ähnlichem nötigten Trainer Dierk Kupfer kurzerhand dazu, erneut selbst die Töppen zu schnüren und als einziger Wechsler auf der ansonsten verwaisten Ersatzbank der Gäste Platz zunehmen.

Alles andere als optimale Vorrausetzungen also für die blau-weiße Mission Podestplatz. Dass die Hubertusburger für solche Situationen wie gemacht sind, konnten sie in der Vergangenheit zwar bereits durchschlagend bekräftigen, doch nach wenig gespielten Minuten zeichnete die Partie erstmal einen gänzlich anderen Eindruck.

Schmerzhaft vermisste Wermsdorf seinen verletzten Arbeiter Pascal Weidner im Sturm und die agilen Flügelspieler Hanisch und Springer, was ein unkoordiniert bis chaotisches Pressing in der Anfangsphase des Spiels bedingte, für die Protagonisten auf dem Feld aber keine Ausrede sein kann. Die Concorden hingegen mit breiter Brust und mächtig Schwung nach vorne kommen dem ersten Treffer früh ganz nah. Blau-Weiß Torwart Benjamin Schönitz rückt in den Fokus, präsentiert sich glücklicherweise anders als seine Vorderleute hellwach und verhindert mit einigen Flugeinlagen den Einschlag.

So bibbern sich die im Zweikampf stets zu spät kommenden Gäste irgendwie ins Geschehen, haben Glück und Schönitz und halten bis zur Viertelstundenmarke die Null. Langsam aber sicher finden die Kupferlinge dann ihren Zugang zum Aufeinandertreffen mit dem starken Konkurrenten, scheinen die ungewohnte Juni Hitze und andere Unzulänglichkeiten abzuschütteln. Den endgültigen Wachmacher gibt Libero Denny Beckedahl. Der legt sich in der 19. Spielminute den Ball zum Freistoß zurecht, die Distanz mit über 30 Metern alles andere als verheißungsvoll.

Doch die blau-weiße Nummer 37 kracht das Leder beherzt Richtung Schenkenberger Kasten, wo vor Schlussmann Marcus Henning mächtig Verkehr herrscht und das Spielgerät schließlich einschlägt. Der FSV also mit seinem ersten Schuss aufs gegnerische Gehäuse entgegen Spielverlauf und bisheriger Leistung erfolgreich – ein Tor als Wendepunkt. Die Platzbesitzer wollen die umgehende Antwort geben, Wermsdorf wirft vollen Willen dagegen. Den lebt Startelfcomebacker Holger Siebert auf der Linksverteidigerposition in Perfektion vor, pflügt keine ganze Minute nach dem 0:1 unaufhaltsam über den Flügel.

Zwar verpasst „Mücke“ im Eins-gegen-Eins mit Henning die Belohnung für seinen Kraftakt, doch Dominic Arendt beweist warum er der treffsicherste blau-weiße Torschütze der Saison ist, steht goldrichtig und schiebt zum 0:2 ein.

Verrückte Phase der Partie in der die Hubertusburger das bisherige Geschehen mal komplett auf den Kopf stellen, die Gastgeber beginnen zu konsternieren. Wenn Schenkenberg in der Folge gefährlich werden will gibt sich die vielbeinige Gästedefensive nun aufmerksamer und hat in Kapitän Schönitz das überzeugendste Argument auf seiner Seite. Das Highlight des ersten Durchgangs hat Florian Böttger in der 35. Spielminute parat. Ein Arendt-Schuss wird auf den rechten Flügel abgeblockt, wo FB10 bereitsteht, zum Geniestreich ansetzt und den Ball aus eigentlich unmöglicher Position heraus per Lupfer-Bogenlampe ins Netz malt.

Der Concordenalptraum geht weiter und findet in Böttger die Inkarnation des Schrecken – bereits im Hinspiel der Spielzeit 18/19 an der Sachsendorfer Straße sowie beim letzten Wermsdorfer Auftritt in Schenkenberg im Vorjahr konnte die Nummer 10 zu Traumtoren einlupfen. So geht es mit einem Halbzeitstand von 3:0 aus Sicht der Gäste in die Kabine, zum wohlbenötigten kühlen Pausenwasser. Ein vor allem in den ersten 14 Minuten schwacher Auftritt der FSV’ler und dennoch die klare Führung, weil die Blau-Weißen aus ihrem Wenigen ganz viel machen und erstmals in dieser Saison die Effektivität einer Spitzenmannschaft zeigen, sich eiskalt präsentieren und Fehler des Gegners eiskalt bestrafen.

Trainer im Trikot Dierk Kupfer schwört seine Mannen auf die zweiten 45 Minuten ein, appelliert an seine Jungs nun direkt präsent zu sein, in Erwartung eines Schenkenberger Sturmlauf. Der gerät in Folge aber nur zum lauen Lüftchen, beschränkt sich mehr auf grobe Fouls denn auf spielerische Akzente. Das Geschehen wird nun zusätzlich zur Sonne durch Schenkenberge Tritte aufgeheizt. Eine klare Tätlichkeit gegen Justus Keller wird zur Wermsdorfer Entgeisterung nur mit gelb geahndet und so geht das Treten mit wenig Schiedsrichterschutz munter weiter. Erst Flori Böttger hält nach einer knappen Stunde eine weitere Glanztat bereit, antwortet mit Ruhe und Übersicht.

Zwei gegnerische Verteidiger, gerade eher in der Funktion als Holzhacker unterwegs, machen sich im Duell mit der Nummer 10 zur Aufgabe den Stürmer zu fällen, doch daraus wird nichts, denn der antizipiert die heranspringenden Gegenspieler bei einem hohen Ball, bleibt einfach stehen und so rennen sich die beiden Concorden zur kollektiven blau-weißen Freude gegenseitig über den Haufen. Die Kupferlinge werden ihrer 3:0 Führung ansonsten in Durchgang zwei gerecht, entnerven die Platzbesitzer mit ihrem abgezockten Auftritt und durch mittlerweile gut greifendes Pressing ab der Mittellinie. So kommen die Gäste immer wieder in gute Abschusspositionen, zeigen nun aber die gewohnten Unzulänglichkeiten vor dem Tor und lassen selbst beste Chancen liegen. Auf der anderen Seite hält Schönitz weiter was zu halten ist, klärt in der 67. Minute die gefährlichste Concordenchance des zweiten Spielabschnitts in Form eines Direktversuchs bei einem Freistoß über die Mauer hinweg souverän.

Während den Schenkenbergen mit zunehmender Spieldauer die Luft und Lust ausgeht, hören die Hubertusburger nicht auf, bleiben griffig und konzentriert. In der 83. Minute findet ein Haupe Körner Einwurf den Kopf von Sebastian Freiberg, der auf den einlaufenden Keller am zweiten Pfosten verlängert, wo der Mittelfeldspieler unbedrängt auf 4:0 stellt.

Wenige Zeigerumdrehungen später bedient Flori Böttger Sturmpartner Arendt im Strafraum, der wieder zuschnappt und das Ergebnis mit seinem 11. Treffer der Saison auf 5:0 schraubt.

Die Angelegenheit damit jetzt deutlich zu Gunsten der Kupferlinge entschieden, denen sich bis zum Abpfiff weitere hochprozentige Möglichkeiten zum Kantersieg bieten, doch in Blau-Weiß ist alles wieder beim alten, die Bälle werden mehr Richtung Spielplatz hinter dem Schenkenberger Torstangen denn dazwischen geschossen. Kurz vor Ladenschluss steht dann Dierk Kupfer zu Einwechslung bereit, das emotionale Highlight der Partie. Runter geht „Resi“ Freiberg, der sich ausgelassen feiern darf und mit Vorfreude für seinen Trainer weicht, denn für Wermsdorfs Sechser geht der Weg direkt zur Theke.

Dort warten schon gut betankte Freunde und Weggefährten des „Opsch“ der blau-weißen Mannschaft, für den es samt Gefolge im Anschluss an den Sieg in Schenkenberg weiter nach Prag zum Junggesellenabschied geht. In diesem Sommer schippert der Leuchtturm des FSV in den Hafen der Ehe und ließ es vorher nochmal ordentlich krachen. Dem Vernehmen nach wurde das erste Wasser nach Abpfiff erst weit über 24 Stunden später angerührt und nicht gut vertragen. Wir wünschen Resi und seiner besseren Hälfte Sonja Alles Gute für die gemeinsame Zukunft und sind froh euch in unserer blau-weißen Familie zu haben!

Zum Aufeinandertreffen mit Schenkenberg muss abschließend festgehalten werden, dass der Ausgang gewiss zu deutlich daherkommt. Die Hubertusburger in Durchgang eins mit einer eigentlich weit hinter den eigenen Ansprüchen gelegenen Vorstellung, aber an diesem Tag mit dem ganz entscheidenden Punch gesegnet, der sonst in so vielen vorherigen Partien lange gesucht werden musste. So geht der Sieg auch dank abgeklärtem Auftritt im zweiten Spielabschnitt in Ordnung und kommt immens wichtig daher, da Blau-Weiß nun die vor der Saison selbst von den größten Optimisten nicht für möglichgehaltene Wiederholung der Platz Drei Sensation in der eigenen Hand hat und in zwei Wochen beim Heimspiel gegen Hartenfels Torgau (Platz 4) einen ersten Matchball bekommt, ehe es dann zum Saisonabschluss zu den Sportfreunden vom FSV Beilrode geht.

Schiedsrichter: Denny Werner

Zuschauer: 43

Aufstellung: Schönitz, Weidner, Beckedahl, Siebert, Eckert, Freiberg (Kupfer), Köppe, Keller, Körner, Arendt, Böttger

Justus Keller/Bilder AK