Was für ein Tag - Unsere A-Junioren gewinnen in Torgau den Nordsachsenpokal mit einer überzeugenden Leistung!

SpG Merkwitz/Wermsdorf/Luppa - SV FA Doberschütz/Mockrehna 5:0 (2:0) Statistik Galerie

Am Mittwoch vor Himmelfahrt stand für die A-Jugendspielgemeinschaft Merkwitz/Wermsdorf/Luppa das Endspiel im Kreispokal auf dem Programm. Mit zahlreichen Unterstützern reiste die Mannschaft ins Hafenstadion nach Torgau, wo der SV FA Doberschütz-Mockrehna als Gegner wartete. Die Mannen vom Trainerquintett Höschler, Rische, Staude, Keller und Weidner konnten auf volle Kapelle setzten. Einzig Halbfinalheld Kevin Wahrig, der mit seinen zwei Treffern gegen Süptitz den Finaleinzug brachte, musste gelb-rot gesperrt auf das Highlight vor großer Kulisse verzichten. Rund 350 Zuschauer fanden sich zum Anpfiff um 18 Uhr im weiten Rund ein, es war angerichtet.

Die Spielgemeinschaftler gingen bis unter die Haarspitzen motiviert ins Geschehen, wirkten hellwach und präsent. Sebastian Körner führte seinen Farben als Kapitän aufs Feld, nahm von Beginn an das Heft des Handelns in die Hand und lenkte die Geschicke seines Teams. Nebenmann im zentralen Mittelfeld, Mexico Austauschschüler Alejandro Gonzales war es vorbehalten die erste Duftmarke der Partie zu setzen. Der quirlige Offensivgeist dribbelte in der 6. Spielminute gleich mehreren gegnerischen Verteidigern einen Knoten in die Beine, bediente Stürmer Jonas Wahrig am langen Pfosten mustergültig und durfte in die kollektive Jubeltraube eintauchen.

Die schnelle Führung für die Gäste, die sich für eine unfassbar elektrisierende Anfangsphase belohnte, das Stadion und die Fans so früh abholten und mitnehmen sollten auf eine euphorische Reise. Die Spielgemeinschaftler lassen keinen Zweifel aufkommen, wer den Sieg in diesem Finale mehr will. Doberschütz mit seinen lieben Mühen gegen das Merkwitz-Wermsdorf-Luppaer Kollektiv, die guten Fußball spielen, konzentrierte Defensivarbeit leisten und nachlegen wollen. Während der SV Frisch-Auf mit seinen weiten, langen Bällen an der gut organisierten Abwehrreihe um Max Thomas scheitert, wird die SpG auf der anderen Seite immer wieder gefährlich.

Wahrig, Körner und Gonzales haben die Chancen zum Führungsaufbau, verpassen in mehreren Versuchen zwar Zählbares, drücken dem Spiel aber dennoch ihren Stempel auf. So sehen die Zuschauer eine kurzweilige Partie mit deutlicher Überhand der gelb-schwarzen Collmkicker. Die belohnen sich kurz vor der Halbzeit für den tollen Auftritt, kombinieren über den linken Flügel sauber durch. Nach 38 Zeigerumdrehungen ist es Außenspieler Titus Hirth, der auf Stürmer Jerry Baumann durchsteckt, welcher wiederrum zu einem seiner gefürchteten „Löffler“ ansetzt, diesen als perfekte Bogenlampe über die gegnerische Defensivkette hebt und so Sturmpartner Jonas Wahrig in Szene setzt, der cool bleibt und zum zweiten Mal unter einer Jubeltraube begraben wird.

So geht es beim Stand von 2:0 in die Pause. Die Trainer schon mächtig stolz auf ihre Jungs, die hier auf großer Bühne befreit aufspielen, die Trainingsarbeit und Anweisungen bisher nahezu perfekt umsetzten und weiter vollkommen klar und fokussiert Richtung Titelgewinn blicken. Einige minimale Stellschrauben werden gedreht, dann gibt Schiedsrichter Sascha Haupt die Partie wieder frei.

Direkt mit dem ersten Angriff nach Wiederbeginn kommen die Doberschützer zu ihrer bis dahin besten Chance. Einer der vielen hohen Bälle wird diesmal nur unzureichend geklärt, aber Torhüter Mark Fleischer ist zur Stelle, beweist erneut, welch ein Rückhalt und wichtiger Faktor er für sein Team ist. So hievt der Schlussmann aus Wermsdorf seine Vorderleute mit starker Parade in den zweiten Spielabschnitt, leitet die nächste Druck- und Drangphase seiner Farben ein. Jeremias Leo Baumann, unter den Augen seines Bruder Dominic (gerade in der Sommerpause, für die Würzburger Kickers in der dritten Bundesliga am Ball) ist es, der in der 58. Spielminute nachlegt. Nach Fehler der Gegner im Spielaufbau schaltet Wahrig am schnellsten, setzt sich entschlossen durch und legt ab auf seinen Mitspieler, der das Spielgerät eiskalt unter die Latte nagelt, den Auftritt seiner Mannschaft und die eigene Leistung veredelt.

Die Spielgemeinschaft biegt spätestens nach diesem Treffer ab Richtung Pokal, hat schon beide Hände am Pott. Dem Willen und der Leidenschaft, gepaart mit individueller und mannschaftlicher Klasse, welche die Spieler aus der Colmregion hier auf die bestens präpariert Wiese in Torgau bringen, hat Doberschütz-Mockrehna schlichtweg nichts entgegenzusetzten. Auch nach der bitteren verletzungsbedingten Auswechslung von Abwehrchef Max Thomas bleibt die Defensive der Spielgemeinschaftler stabil und sicher.

Angeführt vom an beiden Enden des Feldes und dazwischen dominierenden Körner steuert man dem Triumph entgegen. Der wird konkret, als Jonas Wahrig, der ebenfalls eine bombastische Vorstellung ins Hafenstadion zaubert in der 74. Minute einen Handelfmeter erzwingt, indem er erst im Zweikampf stabil bleibt, den unüberseh- und hörbaren Kontakt nicht annimmt und den Abschluss sucht.

Der eingewechselte Leon Kay Möbius übernimmt die Verantwortung und verwandelt souverän, stellt die Uhren auf 4:0.

Kurze Zeit später muss die Partie einige Minuten unterbrochen werden. Stürmer Sebastian „Ling Ling“ Simbke bleibt nach Luftduell bewusstlos liegen, das Stadion verstummt. Während die Sanitäter mühsam herbei „geeilt“ kommen, reagieren Ling Lings Mitspieler, allen voran Außenverteidiger Valentin Rische geistesgegenwärtig, stabilisieren seine Lage und sorgen dafür, dass er wieder Luft bekommt. So kann die Nummer 8 nach einigen Schrecksekunden unter Hilfe und mit Stütze wieder aufstehen, taumelt unter tosendem Applaus aller Anwesenden vom Platz und direkt in den bereitstehenden Krankenwagen zur Kontrolle ins Krankenhaus. Dort geht es mit dem Offensivakteur den Umständen entsprechend schnell wieder Berg auf, den Männertag muss der Arme allerdings trotzdem im Bett verbringen, wenngleich die Hauptsache die schnelle Wiedergenesung ist. Seine Teamkameraden werden für ihn mitfeiern und später würdigen die Trainer zurecht die Einstellung und den Fleiß ihrer Nummer 8.

Das Geschehen auf dem Platz kommt nach der Verletzungsunterbrechung nur schwerlich zurück in die Gänge, die SpG spielt es abgezockt runter. In 90+2 veredelte Sebastian Körner in Perfektion seinen Leistung, tanzt durch die gegnerische Defensive und belohnt sich zur Ekstase und Freude im gelb-schwarzen Lager mit einem persönlichen Treffer und dem gleichzeitigen 5:0 Entstand.

Der Rest ist Jubel, Trubel, Heiterkeit und eine ausgelassene Spielgemeinschaftsparty, die schon auf dem Rasen mit der Pokalübergabe beginnt, in der Kabine richtig Fahrt aufnimmt und schließlich in der Heimfahrt im von der OVH bereitgestellten Bus ihren Höhepunkt findet.

Gerüchten zufolge soll wohl selbst der ein oder andere Trainer am nächsten Morgen mit einem ordentlichen Brummschädel aufgewacht sein, was nichts daran änderte, dass die Feierlichkeiten am folgenden Morgen auf dem Wermsdorfer Himmelfahrtsturnier fortgeführt wurden und der Pokal noch mehrmals gen Himmel gereckt wurde.
Dank ganzheitlich und zu großen Teilen auch individuell betrachtet überzeugendster Leistung der Saison darf sich die A-Jugend Spielgemeinschaft also bereits in ihrem ersten Jahr Pokalsieger nennen, beweist die Zusammenarbeit der Vereine der richtige Weg war.

Nun steht für die Mannen um Cheftrainer Rische und Staude noch ein weiteres Endspiel an. Am Wochenende nach Himmelfahrt gastiert man zum letzten Spieltag der Liga beim Tabellenzweiten in Schildau. Ein Punkt würde den Spielgemeinschaftlern zur Meisterschaft reichen, Selbstvertrauen ziehen lässt sich aus dem Pokalerfolg, an dessen Finalleistung es nun im letzten Alles-oder-Nichts Spiel anzuknüpfen gilt, um eine bis hierhin gute Saison zu einer grandiosen zu machen und das Double zu holen.

Schiedsrichter: Sascha Haupt

Zuschauer: 350

Aufstellung: Fleischer, Böhm, Görner, Thomas (Bartsch), Bruder (Rische), Körner, Gonzales, Hirth, Wolf (Möbius), Baumann, Wahrig (Simbke)

Justus Keller/Bilder AK