Körnerfestspiele beim Tabellenführer - Überzeugender Auftritt beim Roland

SV Roland Belgern - SpG Wermsdorf II/Luppa 0:4 (0:2)  Statistik/Galerie

Am Sonntag gastierten die Spielgemeinschaftler beim Kreisligaprimus in Belgern. Die Blau-Weißen, in 2019 noch sieglos und bisher erst mit einem mageren Pünktchen als Kontozuwachs in der Rückrunde, reisten als krasser Außenseiter zum Roland. Hoffnungsschimmer für Trainerduo Natzke/Büchner, dass mit Sebastian Körner, Namensvetter Freiberg und Justus Keller als Starter und Pascal Weidner als Wechsler vier Stammspieler aus der kupferschen Ersten der Wermsdorfer für die Mission Sensation gewonnen werden konnten.

Unter strahlendem Sonnenschein pfiff Schiedsrichter Mörtitz die Partie an – knapp 80 Zuschauer sollten sich alsbald verwundert die Augen reiben. Die Gäste, in der Vorwoche auf heimischem Geläuf mit einer bitteren Niederlage gegen Schlusslicht Selben, zeigten sich komplett verändert, spielten mit breiter Brust und überraschten den haushohen Favoriten mit der leidenschaftlichen Gangart komplett. Der Gastgeber weiß auf die kompakte Abwehrreihe um Libero Freiberg keine Antwort, schlägt die Bälle größtenteils ins Aus.

Das Mittelfeldtrio Körner-Keller-Jüllich diktiert das Umschaltspiel und organisiert munter den Spielaufbau. So erarbeiten sich die Blau-Weißen früh optische Feldvorteile, die sie zielstrebig versuchen in Zählbares umzumünzen. Das Spiel ist keine zehn Minuten alt, da muss Max Sandmann im Tor die erste Prüfung gegen Keller bestehen, pariert den Abschluss aus spitzem Winkel. Der Nachname des Belgerner Schlussmanns verrät es bereits, so bekommt Sandmann seine Vorderleute trotz guter Tat nicht wach. Die Spielgemeinschaftler geben sich weiter griffig, einschläfernd nur der Auftritt des Tabellenführers. Die FSV’ler begeistern und belohnen sich. Eine knappe halbe Stunde ist getan, da spielt Tim Bruder Sebastian Körner frei, der fasst sich aus gut 20 Metern ein Herz und hält drauf, sieht den Ball als Strahl ins Kreuzecke sausen und von der Unterkante der Latte ins Netz klatschen. Das Traumtor gleichbedeutend mit der überfälligen Gästeführung. Max Sommer, dessen Schuss in der 27. Spielminuten gerade noch von der Linie gegrätscht wird und Tim Körner, der auf Max Wahrig Hereingabe nach 32. Minuten verzieht, haben die besten Gelegenheiten direkt nachzulegen, verpassen es aber sich auf die Anzeigetafel zu bringen.

Zur blau-weißen Ekstase ist kurz vorm Pausentee erneut Sebastian „Haupe“ Körner zur Stelle, krönt die Leistung des Teams in Durchgang eins mit seinem zweiten Treffer. Erst wird der 7er von Keller in Szene gesetzt und vergibt freistehend gegen Sandmann die Hundertprozentige, um bei der anschließenden Ecke klar zu machen warum. Die tritt nämlich Tim, dem sein Bruder also lieber den Assist gutgeschrieben wissen will und so schiebt „Haupe“ nun am langen Pfosten zum 0:2 ein.

Nicht viel ändern, Spannung hochhalten und das kleine Fußballwunder in der zweiten Hälfte die Devise der Trainer in der Halbzeitpause.

Belgern versucht wie ein designierter Aufsteiger aufzutreten, bekommt von den Spielgemeinschaftlern aber einen gebrauchten Tag serviert. Die wenigen Abschlüsse der Gastgeber bisher keine echte Herausforderung für Gästekapitän Robyn Staude zwischen den Torstangen. Weiter gute Abstimmung in den blau-weißen Reihen und engagiertes Auftreten der Mannen von Natzke/Büchner bedingen, dass sich an diesem Bild nicht viel ändert. In der Offensive gehen die Körnerfestspiele weiter. Nach einer gespielten Stunde revanchiert sich diesmal das jüngere Korn. Sebastian findet mit einer flachen Freistoßvariante Stürmer Tim im Strafraum, der technisch sauber an- und mitnimmt und den Ball nach erstem glücklosen Versuch im Nachwaschen über die Linie drückt.

Echter blau-weißer Doppelkorn für die Platzbesitzer, die einen mächtigen Brummschädel davontragen. Während Belgern verzweifelt versucht Anschluss zu finden, spielt es Wermsdorf II/Luppa in der Folge abgezockt runter. Staude guckt die gefährlichste Chance der Heimelf an den Querbalken, auf der anderen Seite macht Tim Körner die Belgerner Katerstimmung perfekt. Nun wieder in der Rolle als Vorbereiter findet die Nummer 19 mit seinem Einwurf in der 77. Spielminute den eingewechselten Pascal Weidner, der im Sechzehner aufdreht und gegen Sandmanns Laufrichtung zum 0:4 einnetzt. Der reibt sich verwundert die Augen und der Deckel ist endgültig zu. Drauf steht Sensation, gefärbt in blau-weiß.

Die Spielgemeinschaftler finden nach langer Durststrecke endlich zurück in die Erfolgsspur. Scheinen den Winterschlaf nach mannschaftlich geschlossen starker Leistung überwunden zu haben und nehmen verdientermaßen drei so nicht zu erwartende Punkte beim Tabellenführer mit. Im Hause Körner herrscht derweil Feierlaune ob des gelungenen Geschwisterauftritts, nur allzu gerne darf die Party in den nächsten Wochen des Saisonendspurts weitergehen. Teamgeist, Leidenschaft und Konzentration werden die Schlüssel für die finalen Ligaaufgaben sein – es gilt an den überzeugenden Auftritt beim Roland anzuknüpfen, um als Aufsteiger weiter positiven Eindruck zu hinterlassen.

Besonders für einen gewissen Barcelona Fan im blau-weißen Lager gleichwohl versöhnlich wie tragische Randnotiz: Das Hinspiel ging mit 3:0 an Belgern, das Rückspiel gewinnt man nun also mit 4:0. Der mitgereiste Wermsdorfultra Marcus Raschke soll bekanntermaßen beste Kontakte zu Jürgen Klopp pflegen.

Aufstellung SpG: Staude, Niemann, Freiberg, Wahrig (Lochert), Jüllich, S. Körner (Weidner), Kühn, Keller (Bruder), Wolf, Sommer, T. Körner

Justus Keller/Bilder René Wegner