Das halbe Dutzend bei Mistwetter gegen ersatzgeschwächte Zschortauer voll gemacht/Dodo und Haupe treffen doppelt

FSV Blau-Weiß Wermsdorf - SG Zschortau 6:2 (3:0)  Statistik/Galerie

Zum zweiten von drei aufeinanderfolgenden Topspielen empfingen die Hubertusburger am Samstag die SG Zschortau. Das Duell um den dritten Tabellenplatz in der Nordsachsenliga nichts für Schönwetterfußballer, steter Nieselregen an der Sachsendorfer Straße stellt den Rahmen für die von Niklas Trybusch geleitete Begegnung. Co-Trainer Ralph Horbas muss dabei nicht nur den verhinderten Cheftrainer Dierk Kupfer, sondern in Sebastian Freiberg, Namensvetter Hanisch und Philipp Springer auch drei Starter der Vorwochen-Niederlage gegen Süptitz ersetzen.

Nichts desto trotz Wiedergutmachung die klare blau-weiße Devise, der die FSV’ler früh Nachdruck verleihen sollten. Die Kupferlinge von Beginn an hellwach, äußerst griffig und offensiv durchschlagend. Die ersten Minuten gekennzeichnet von einem wahren Abschlussfeuerwerk in Richtung dem von Marius Keller gehüteten Gästetor und anders als eine Woche zuvor findet Wermsdorf die frühe Belohnung. Keine neun Zeigerumdrehungen sind durch, eine Pascal Weidner-Flanke findet den einspringenden Flori Böttger, der mit feiner Kopfballtechnik zum 1:0 einnickt. Die Sachsendorfer Straße früh entzündet, sieht das blau-weiße Feuer in der Folge aber ein stückweit auf Sparflamme lodern. Die Platzbesitzer brauchen nach furiosem Start kurz, um zu gewohnter defensiver Kompaktheit zu finden und den Spielaufbau im Dauerregen zu organisieren. Die Gäste können ihrerseits wenig Konstruktives beitragen und so sehen die knapp 50 Zuschauer erstmal ein fußballerisch mäßiges Niveau. Mit zunehmender Dauer gelingt dem Gastgeber ein kontrolliertes Passspiel dann immer besser und Zschortau wird tief in die eigene Hälfte gedrückt. Über die Außen kommen die Hubertusburger auf Schlagzahl und sorgen ab der 20 Minutenmarke für ansteigenden Druck. In 33. Spielminute wir dieser auf die Anzeigetafel gebracht. Zunächst verzieht Pascal Weidner noch in aussichtsreicher Position, Sturmpartner Dominic Arendt sichert aber den Rebound und legt auf für Linksaußen Sebastian Körner, dessen Schuss unhaltbar abgefälscht wird und zum 2:0 ins Netz geht. Der Funke nun wieder so richtig übergesprungen, die Kupferlinge mit breiter Brust und ordentlich Überzeugung. Nur 100 Sekunden nach Führungsausbau bucht Justus Keller über rechts die Reise für Dominic Arendt. Die Nummer 7 vorerst auf Solotrip, schickt seinen Gegenspieler per Hackentrick ins Kino und biegt auf die Schnellstraße ab, wo für Zschortau Fahrverbot herrscht, Rechtsverteidiger Dominik Weidner aber ebenfalls unterwegs ist. Überlegt gibt Arendt in die Mitte und findet dort Wermsdorfs mitgeeilten D-Zug, der das Spielgerät aus vollem Lauf mit links einschweißt und dann kurz darauf in der Jubeltraube seiner Mitspieler tatsächlich mal nur noch schwerlich Luftholen kann. Bis zum Pausentee lässt Blau-Weiß nicht nach, spielt überzeugend auf und schwört sich in der Halbzeit ein, genau so weiterzumachen. Der Regen nimmt zu, das Wetter also mal was Neues, dem geneigten Hubertusburger Zuschauer bietet sich kurz nach Wiederbeginn aber ein leider allzu vertrautes Bild. Die Konzentration der Kupferlinge abermals in dieser Saison zu Beginn von Durchgang zwei noch irgendwo zwischen Kabine und Seitenaus und es setzt den postwendenden Euphoriedämpfer. Nach einem Zschortauer Freistoß bekommen sie den Ball nicht raus, Meik Eckert muss noch nachhelfen, dass die Gäste auch wirklich zum Anschluss kommen, schießt Gegner Moritz Bienefeld so an, dass das Spielgerät in perfekter Bogenlampe über den machtlosen Schönitz ins Tor segelt. Die SG sieht ihre Chance gekommen, weiß um die Wermsdorfer Schwächen nach der Pause. Doch der FSV gibt sich von der Vorwoche geläutert. Es geht nicht auf Teufel komm raus nach vorne und um eine Antwort bemüht ins offene Messer rein. Die Abwehrketten um Libero Denny Beckedahl schütteln sich kurz und sortieren dann neu, was beim Pausentee verloren ging. Das Heft des Handelns bleibt so in blau-weißer Hand und gewinnt in der Folge mehr und mehr an Souveränität. Ein ersatzgeschwächtes Zschortau muss dem laufintensiven Spiel der Heimelf zunehmend Tribut zollen, die wiederum konzentriert auf Fehler lauert und die Vorentscheidung sucht. Sinnbildlich der Einsatz Pascal Weidners in der 71. Spielminute, der sich entschlossen durchsetzt und im richtigen Moment auf Arendt ablegt, der den alten Abstand wiederherstellt und zum 4:1 einschiebt. Die Kupferlinge mit klarem Kopf, uneigennützig und als Team Richtung Verteidigung des Bronzerangs der Nordsachsenliga. Ein individueller Fehler von Justus Keller im Spielaufbau bringt die Gäste nur wenige Augenblicke später zwar nochmal auf 4:2 ran, die Vorentscheidung ist nichts desto trotz bereits gefallen. Die Hubertusburger mit guter Kräfteeinteilung, lassen nun hinten raus nichts mehr zu. Vorne werden die Räume größer und mehr oder weniger effektiv bespielt. So blicken die Gastgeber den drei Punkten entgegen, die mit von Tim Böhm gesponserten isotonischen Getränken begossen werden können. Der Linksfuß aus der A-Jugend darf in der 77. Minute sein Debüt für Wermsdorfs Erste geben. Sein Trainer, Linksverteidiger Robby Staude zeigt in der Schlussphase nochmal großen Offensivdrang, tankt sich in der 87. Minute energisch über außen durch, im Doppelpass landet der Ball bei Arendt, der ihn unter die Latte hämmert und mit seinem zweiten Treffer erneut auf Drei-Tore Vorsprung stellt. Die letzte Aktion der Partie gehört dann Sebastian Körner, der nach Diagonalball von Rechtsaußen Keller frei durch ist, vor Torhüter Keller ruhig bleibt und überlegt zum 6:2 einnetzt.

Blau-Weiß feiert im Spitzenspiel verdientermaßen den höchsten Saisonsieg, liefert dabei eine Leistung mit viel Licht aber dennoch einigem Schatten ab. Den gilt es in der kommenden Woche tunlichst zu vermeiden, wenn es zum Ligaprimus nach Delitzsch geht. Dort kommt es darauf an, die Hubertusburger DNA von Einsatz und Leidenschaft als Team auf den Platz zu kriegen, um dem haushohen Favoriten trotzen zu können.

Nicht mit dabei sein wird dem Vernehmen nach ein beachtlicher Teil der Dominik Weidnerschen Haarpracht. Dessen Zopf soll wohl im Zuge der Feierlichkeiten zum wichtigen Heimsieg der FSV’ler und anlässlich des ersten Saisontreffers ihrer blau-weißen Nummer 4 einer Schere aus den Händen der feierwütigen Meute zum Opfer gefallen sein.

Schiedsrichter: Niklas Trybusch

Zuschauer: 45

Aufstellung: Schönitz, D. Weidner (Böhm), Beckedahl, Staude, Eckert (Jüllich), Köppe, Körner, Böttger, Keller, Arendt, P. Weidner

Justus Keller/Bilder AK