Toller Erfolg unserer A-Junioren - Auf zum Pokalfinale nach Torgau!

Kreispokal-Halbfinale: Süptitz/Schildau/Dommitzsch - Merkwitz/Wermsdorf/Luppa 1:2 (0:2)

Zum Kreispokalhalbfinale reisten die A-Junioren aus Merkwitz/Wermsdorf/Luppa am vergangenen Sonntag nach Schildau. Das quasi vorgezogene Endspiel des Wettbewerbs gegen die in der Liga punktgleich auf Eins platzierte SpG Süptitz/Schildau/Dommitzsch wurde von den Trainern der Gäste zum Startschuss in die heiße Saisonphase ausgerufen. Mit dem angepeilten Finaleinzug wollte man das erste dicke Ausrufezeichen im Kampf um die Kreistitel setzten, Selbstvertrauen tanken und Stärke demonstrieren für die zwei noch ausstehenden „Alles oder Nichts“ Aufeinandertreffen mit dem Kontrahenten in der Liga. Höchsterfreulich daher, dass in den Wahrig Zwillingen und mit Sebastian Körner viel Qualität und Erfahrung aus dem Seniorenbereich für die Mission Double begeistert werden konnte. Die drei eigentlichen Herrenspieler zwar bereits mit 90 Minuten vom Vortrag in den Knochen, nichts desto trotz aber voll des Siegeswillens. Ihre Farben, heute erstmals vom Luppaer Felix Plakinger als Kapitän angeführt, fassten das Finale in Torgau fest ins Auge.

Keine vollen drei Zeigerumdrehungen waren getan, da sollte Kevin Wahrig diesen Ambitionen expliziten Ausdruck verleihen. Mit dem ersten Abschluss der Partie sucht der 10er aus 20 Metern einfach mal sein Glück und findet es. Perfekt getreten setzt der Ball kurz vor Reise im Schildauer Tor auf und zappelt im Netz. Dem frühen Hoch folgt jedoch prompt ein langhaltendes Tief der Gäste. In der Folge verliert man den eigenen Matchplan zunehmend aus den Augen. Über Außen kein Zugriff, eigentlich immer einen Schritt zu spät und das Mittelfeld dauerhaft zu offen – klingt katastrophal und kam bis zur halbe Stundengrenze auch dem Betteln um ein Gegentor gleich. Die Spielgemeinschaftler zeigten keinen guten Fußball, aber hatten das Herz einfach am rechten Fleck und wurden dafür mit dem Glück des Tüchtigen belohnt. Die Platzbesitzer nutzten die Räume nur selten wirklich aus, gaben sich im eigenen Passspiel oft zu behäbig und umständlich. Die beste Möglichkeit zum Ausgleich bietet sich nach 23 Spielminute, doch nach Flanke verpassen es die Schildauer Stürmer zum entscheidenden Abschluss zu kommen. Die Blau-Weißen halten wacker gegen die drohende Übermacht, rennen als ginge es um ihr Leben. Hinten bekommen Görner oder Körner den Fuß dazwischen wenn es heikel wird, vorne pflügt Jonas Wahrig nach jedem noch so aussichtlosen Entlastungsschlag, doch der entscheidende Faktor trägt zwar das selbe Gesicht und den gleichen Nachnamen wie die Nummer 7, heißt aber Kevin, hat auf dem Rücken die Zehn und heute den goldenen Fuß. Etwas mehr als eine halbe Stunde ist rum, da belohnt er sich für eine bis hierhin aufopferungsvolle Leistung. Eckstoß und den zieht der Merkser direkt auf den kurzen Pfosten, überrascht die Gegner damit dermaßen, dass die nichts Entscheidendes mehr ausrichten können und sieht das Spielgerät einschlagen. Ein Geniestreich zum 0:2 und ein wahrer Wirkungstreffer. Die Heimelf wird nun von der blau-weißen Kampfherde überrannt und ist jetzt im Glück, dass es nicht das nächste Traumtor hagelt. Reiche im Schildauer Kasten kratzt einen Basti Körner Freistoß aus spitzem Winkel mit den Fingerspitzen noch an die Latte. Die Collmkicker wie beflügelt, bleiben auf dem Gaspedal und drücken es weiter kräftig durch. Die Platzbesitzer wollen sich nur noch in die Pause retten, müssen zunächst aber weiter zittern. Körner öffnet kurz vor dem Halbzeitpfiff die Tür zum Finale ganz weit, Jonas Wahrig will durchmarschieren, doch Reiche bekommt den Fuß dazwischen, blockt sowohl die Direktabnahme des Stürmers als auch dessen Nachschuss. Die anschließende Ecke findet diesmal Robin Wolf, doch auch der Wermsdorfer vergibt den wohlmöglich vorentscheidenden Knockout.

Einmal kräftig Luftholen, Einschwören auf Teil Zwei der Schlacht und dann geht sie weiter die wilde Fahrt. Wie zu erwarten kommt der Gastgeber wütend zurück. Torhüter Marc Fleischer rückt in den Fokus und wird zur knallorangen Krake. Nach Bartsch-Aufbaufehler in der 53. Spielminute die erste Bewährungsprobe, Fleischer meistert sie grandios, taucht ab und pariert im 1 gegen 1 Duell. Auf der anderen Seite kurz darauf riesen Aufregung. Ball hinter Linie oder nicht, die Frage nach einem Körner Kopfball. Schiedsrichter Kunath und sein Gespann geben den Treffer nicht und so beginnt sich das Drama zuzuspitzen. Es bleibt nun kaum mehr Zeit zum Durchschnaufen, der Pokal zeigt abermals seine eigenen Gesetzte und mancher Zuschauer hat seine lieben Mühen hinterherzukommen. Die Anspannung am Spielfeldrand überträgt sich auf den Platz und steigert sich dort weiter. Der Unparteiische verpasst es die richtigen Akzente zu setzten, bestraft einige Vergehen kleinlich, lässt andere grobe Regelüberschreitung hingegen weiterlaufen. Schildaus Julius Döbelt kann einen Freistoß nach knapp einer Stunde nutzten, bringt die Heimmannschaft mit 1:2 ran und macht den Ausgang der Partie mal so richtig ungewiss. Der Ligaerste drückt nun gewaltig, der Tabellenzweite taumelt die Führung zu verspielen und der Verlängerung entgegen. Es ist Torhüter Fleischer der zum Retter seiner Farben wird, über sich selbst hinauswächst. Wie eine Katze reagiert die Nummer Eins in der 67. Minute, bleibt stabil und pariert weltklasse gegen den durchgebrochenen Pavlas. Bedauerlicherweise finden seine Vorderleute nicht zurück in die Ordnung, es bleibt phasenweise vogelwild und Fleischer wird bald zur nächsten Großtat genötigt. Das Bein zuckt blitzschnell raus und so verhindert der blau-weiße Schlussmann abermals im Eins gegen Eins den Gleichstand. Die Schlussphase ist damit eingeleitet, der Kessel kocht mächtig, doch die Uhr tickt weiter für die Gäste. Das Geschehen blickt den letzten Zügen entgegen. Die Spielgemeinschaft verschanzt sich um den eigenen Sechszehner und köpft, grätscht oder schlägt alles Ankommende aus der gefährlichen Zone. Ein solcher Befreiungsschlag schickt nochmals Wahrig auf die Reise, der die ganze verbliebene Kraft zusammennimmt und sich mit den letzten Körnern in den Strafraum tankt. Dort wird er von hinten auf die Bretter geschickt, einfach umgesemmelt, aber der sichergeglaubte Elfmeterpfiff bleibt zum Entsetzten der blau-weißen Seitenlinie und Kicker auf dem Feld aus. Stattdessen geht es munter weiter und der Konter läuft, muss aber schließlich unterbrochen werden, da Wahrig und nun auch Plakinger verletzt liegenbleiben. Nach kurzer Behandlungspause kann es für  beide weitergehen, eine Schande des fairen Spiels folgt. Die Gastgeber treten den Fairplaygedanken in die Tonne, spielen den Schiedsrichterball mal eben in die eigenen Reihen und leiten so den Angriff ein. Die Gäste hellwach, erkämpfen sich das Streitobjekt zurück, doch der Puls ist in den nichtmessbaren Bereich geschossen. Kevin Wahrig verliert ob der kuriosen Schiedsrichterentscheidung und Unverschämtheit des Gegners die Nerven, schlägt einen abgepfiffenen Ball weg und sieht dafür die Ampelkarte. Die Aufregung ist groß, die Spannung erst recht. Doch auch die letzten verzweifelten Versuche der Heimelf scheitern und dann fällt tatsächlich der schönste Kunath Pfiff des Tages, Schluss in Schildau, ab nach Torgau. Die Spielgemeinschaft kommt mit viel Herzblut, großer Leidenschaft und vor allem absolutem Einsatzwillen als Mannschaftskollektiv ins Finale. Die erste Duftmarke ist gesetzt, doch es ist noch lange nichts gewonnen.

Nun gilt es schleunigst den Fokus zurück auf die Liga zusetzen, wo es schon am übernächsten Wochenende an der heimischen Sachsendorfer Straße zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Schildauern kommt und im Titelkampf zählen nun keine Ausreden mehr, die Wahrheit wird auf dem Platz liegen – dass es eine blau-weiße sein kann bewiesen die Mannen um Marc Fleischer und Kevin Wahrig heute eindrucksvoll.

Schiedsrichter: Kunath

Zuschauer: 35

Aufstellung SpG: Fleischer, Bruder, Görner, Bartsch, V.Rische, Wolf (Möbius), Körner, K.Wahrig, Plakinger, J.Wahrig, Baumann (Simbke)

Bericht und Bilder Justus Keller