Zwei gleichwertige Mannschaften - am Ende drehen die Platzbesitzer das Spiel zu ihren Gunsten

Merkwitz/Wermsdorf/Luppa - Doberschütz/Mockrehna 5:2 (1:2)  Galerie

Zum ersten echten Gradmesser der Saison empfingen die Spielgemeinschaftler der A-Junioren aus Merkwitz, Wermsdorf und Luppa am vergangenen Sonntag den Ligadrittplatzierten SV FA Doberschütz/Mockrehna. Das Ziel im Nachholspiel klar, der angepeilte Heimsieg würde das Punktekonto auf 31 Zähler ausbauen und das Gleichziehen mit Spitzenreiter Süptitz bedeuten. Doch die Platzbesitzer waren gewarnt, hatten die Doberschützer doch eben jenen derzeitigen Branchenprimus als bisher einziges Team der Saison schlagen können. Umso ärgerlicher, dass das Trainergespann auf Kapitän Max Thomas verzichten musste und die Abwehr demzufolge umformiert wurde. Mit von der Partie waren hingegen die seniorenerprobten Wahrig-Zwillinge sowie Sebastian Körner, der das Spielführeramt übernahm.

Etwa 40 Zuschauer an der Sachsendorfer Straße, darunter Dierk Kupfer, Trainer der ersten Männermannschaft, sahen einen stockenden Start in das von Schiedsrichter Schulz geleitete Geschehen. Der Matchplan der Gäste verhieß eine zähe Angelegenheit, um das von Tobias Kanitz gehütete Tor wurde der sprichwörtliche Bus geparkt. Die Folge waren einige erste geblockte Abschlussversuche der Heimelf, wobei Titus Hirth bei einer nachfolgenden Ecke in der 9. Spielminute per Kopf die bis dato gefährlichste Chance verzeichnete. Nur wenige Augenblicke später flog der nächste Eckball in den Doberschützer Strafraum und den Gastgebern dann postwendend um die Ohren. Ein heilloses Durcheinander in der Hintermannschaft begünstigt einen schnellen Gegenstoß des SV FA, der entscheidende Zweikampf auf der rechten Außen wird zu überhastet verloren, die direkt Abnahme der Hereingabe kann Schlussmann Marc Fleischer noch blocken, verliert beim Nachschuss aber die Orientierung und darf den Ball schließlich aus dem Netz fischen.

Die Spielgemeinschaftler kalt erwischt, erlebten offensichtlich einen Wirkungstreffer. Die Abwehr der Blau-Weißen präsentiert sich weiter vogelwild, hat in der 20. Minute Glück, dass der Pfosten nach einem abermaligen Konter der Gäste rettet. Kapitän Körner versucht zu ordnen und treibt das Spiel nach vorne, erfährt dabei aber noch nur wenig Unterstützung von seinen Nebenleuten.

Gelegentliche Einzelaktionen über Kevin oder Jonas Wahrig verlaufen sich durch harmlose Abschlüsse oder mangelnde Laufwege der restlichen Offensivabteilung im Sand. Doberschütz kommt dabei alles andere als unschlagbar daher, wird nach einer knappen halben Stunde aber wieder eingeladen und nimmt dankend an. Keine Zuordnung im blau-weißen Strafraum und so saust ein gegnerischer Standard frei durch den Sechzehner, keiner geht hoch, keiner bei Martin Ansorge und da liegen sie 0:2 zurück. Die Blamage nimmt Konturen an, noch allerdings genug Zeit zur Korrektur. Dafür wäre aber ein baldiges Aufwachen aus der Lethargie nötig. Jonas Wahrig versucht sich, scheitert gute 10 Minuten vor der Pause aber am stark reagierenden Doberschützer Torhüter. 5 Zeigerumdrehungen noch bis zum Pausentee und Freistoß für die Heimmannschaft in gefährliche Zone. Basti Körner übernimmt Verantwortung, schickt das Spielgerät überraschenderweise nicht direkt gen Kanitz-Kasten sondern chippt an den Fünfer, wo Robin Wolf unbedrängt zum Anschluss einschieben kann.

Der von der Seitenlinie so erhoffte Dosenöffner scheinbar gefunden, es galt den Schwung in den verbleibenden Aktionen bis zu Pause zu nutzen, das Momentum stand auf Ausgleich. Daraus sollte jedoch nichts werden, die nächste kalte Dusche folgte. Wieder ist es ein Konter den sie in blau-weiß nicht geklärt bekommen, Kevin Wahrig kann nur noch per Foul im Strafraum retten was seine Hintermannschaft vorher verbockte. Der fällige Elfmeter wird zum Knackpunkt des Spiels. Die bis hierhin so gnadenlos effektiven Gäste, die vorher aus 3 Schüssen 2 Tore und einen Pfostentreffer fabrizierten scheitern mit ihrem vierten, dem vermeintlich leichtesten Versuch als Ansorge das Runde über das Eckige knallt.

Die Spielgemeinschaft im Glück, will und muss es nun im zweiten Durchgang richten. Die Trainer werden deutlich, die Kicker aus Merkwitz, Wermsdorf und Luppa nehmen sich der Korrekturen und Weisungen an. Kevin Wahrig wird vom Flügel ins Zentrum geschoben um dort mehr Druck ausüben zu können.

Davon ist zunächst aber noch wenig zu sehen. Die Platzbesitzer sind zwar bemüht, was allerdings keine allzu rosige Leistung ist, wie jeder aus eigener Schulzeit weiß. Man kommt zu Abschlüssen, mal gefährlicherer Natur, mal zum Vergessen. So tickt die Uhr zugunsten der Gegner, deren Plan hier bislang nahezu perfekt aufgeht. Immer ist ein Bein der als 7er Kette anmutenden Abwehr im Weg. Rutscht einer durch steht da Kanitz, der sich bei leichten Bällen unsicher präsentiert, die schweren Dinger aber glänzend pariert. Nach einer gespielten Stunde schiebt er zunächst einen mittig getretenen Körner Freistoß aus guten 30 Metern fast ins eigene Tor, letztlich aber nur an den Querbalken, um bei der anschließenden Ecke dann plötzlich katzenhaft abzutauchen und die Körnerabnahme noch irgendwie an den Pfosten zu kratzen. Das skurrile Spielgeschehen spitzt sich zu. Die Schlussviertelstunde ist angebrochen, da ist es erlösenderweise mal ein Doberschützer Bein zu viel das im Weg steht und Kevin Wahrig im Strafraum regelwidrig von den Socken holt. Der Gefoulte selbst nimmt sich der Sache an, ob der ausgerutschte Schuss ins Zentrum Absicht war bleibt künstlerisches Geheimnis, erfolgreich ist er jedenfalls.

Die Büchse der Pandora damit nun endlich geöffnet und die Gäste angeknackt. Jetzt bleiben die Blau-Weißen auch erfolgreich auf dem Gaspedal. Keine 100 Sekunden nach dem Ausgleich bricht Kevin Wahrig im Gewühl durch, schweißt den Ball in die Maschen und setzt den K.O. Schlag.

Die Spielgemeinschaftler drehen die Partie um, belohnen sich für einen kämpferischen Auftritt im zweiten Abschnitt. Der SV FA muss damit vom Spielkonzept abrücken und hinten aufmachen, was Räume bringt, die der Gastgeber zu nutzen weiß. Kevin Wahrig macht in der 89. Spielminute den lupenreinen Hattrick perfekt und sein Bruder Jonas in der Nachspielzeit die Schleife drum.

Hinten raus finden die Platzbesitzer zur Ordnung und angetrieben vom Trio Doppel-Wahrig+Körner zu ihrem Rhythmus. Der Lohn sind drei verdiente Punkte und das Gleichziehen mit Süptitz, die aufgrund des besseren Torverhältnisses aber an der Spitze bleiben.

Die Spielgemeinschaftler nehmen also die Hürde des unbequem defensiven Gegners und zeigten mit der Leistungssteigerung nach dem Seitenwechsel abermals Moral und Kampfgeist. Jene Eigenschaften gilt es beim kommenden Pokalfight in Süptitz von Beginn an abzurufen, um dort das Ticket zum Finale nach Torgau lösen zu können und ein erstes Ausrufezeichen im nun heiß werdenden Titelkampf zu setzten.

Dabei ist in den kommenden Wochen vor allem das etatmäßige A-Jugendpersonal in die Pflicht genommen, voran zu gehen und Verantwortung zu übernehmen, werden die Körners oder Wahrigs des erweiterten Teams nicht immer zusätzlich zum Männerspieltag 90 Minuten abspulen können. Dass in der Mannschaft noch mehr Potenzial steckt konnte sie bereits andeuten, in kontinuierlicher Trainingsarbeit und in der Annahme von Hinweisen der Trainer liegt nun die Grundlage für weiterhin erfolgreiches Abschneiden und das Erreichen der ambitioniert gesetzten Ziele.

Schiedsrichter: Rick-Peer Schulz

Zuschauer: 40

Aufstellung Spielgemeinschaft: Fleischer, Bruder, Böhm, Bartsch, Görner, K. Wahrig, Wolf (Rische), Körner, Hirth, Baumann (Simbke), J. Wahrig

Justus Keller/Bilder AK