Geschlossene Mannschaftsleistung: Pascal Weidner macht in Halbzeit 1 den Dosenöffner und im zweiten Duchgang den Sack zu

FSV Blau-Weiß Wermsdorf - SV Zwochau 2:0 (1:0)  Statistik/Galerie

Zum Rückrundenauftakt empfingen die Hubertusburger am stürmischen Samstag den SV Zwochau. Dabei musste Trainer Dierk Kupfer neben Dominic Arendt auch auf dessen Sturmpartner Florian Böttger verzichten. Stattdessen Wermsdorfs Doppelspitze von Rückkehrer Pascal Weidner, der seinen letzten Startelfeinsatz im Hinspiel hatte und Robby Staude, in dieser Saison sonst vornehmlich als Libero aufgeboten, gebildet. Außerdem kam Tom Köppe zu seinem erst dritten Einsatz in dieser Saison, ersetzte auf der Sechs den erkrankten Sebastian Freiberg.

Vor rund 70 Zuschauern entwickelt sich von Beginn an ein intensiv geführtes Spiel. Beide Teams hatten viel Laufarbeit zu verrichten, segelten hohe Bälle wie Abstöße oder Einwürfe ob des kräftigen Windes teils unberechenbar durch die Gegend. Die Gastgeber brauchen etwas um ihren Rhythmus zu finden, kommen ab der 10. Minuten Marke aber immer besser ins Spiel. Erste Torannährung nach 17 Zeigerumdrehungen, doch Kellers Kopfball nach einer Meik Eckert Flanke ist zu unplatziert. Auf der anderen Seite leistete die Hintermannschaft um Denny Beckedahl solide Arbeit und zeigt sich wenig durchlässig. Einen ersten Abschluss der Gäste entschärft Kapitän Benjamin Schönitz gewohnt sicher. Seine Offensivkollegen machen das Spiel derweil breit und versuchen über die Außen gefährlich zu werden. Vielversprechende Szenen scheitern jedoch bisweilen an unzureichenden Anspielen oder Unkonzentriertheit. Eine halbe Stunde ist verstrichen, da findet Blau-Weiß den Dosenöffner, drückt einmal mächtig aufs Gas und die Sachsendorfer Straße bestaunt das nächste Märchen der jüngeren Vergangenheit. Der immer wieder aufrückende Außenverteidiger Dominik Weidner wird auf der rechten Seite freigespielt und hat viel Wiese vor sich. Entschlossen marschiert die Nummer 4 gen Grundlinie und bringt die Flanke an den Fünfmeterraum. Dort steht sein Pendant, Zwillingsbruder Pascal bereit und hält das im Verein liebevoll als „Quadratschädel“ titulierte Haupt hin, nickt zur umjubelten Führung ein. Das blau-weiße Déjà-Vu, PW9 beim Verletzungscomeback sofort wieder voll da, lässt sich zurecht feiern. Währenddessen sein Bruder als stiller Genießer auf Außen abdreht und Gerüchten zufolge immer noch schmunzeln muss.

Nur wenige Augenblicke später der nächste nach Verletzung (Ellbogen, Knie, alles irgendwie), mit Verletzung (Trommelfell) Startelfzurückkehrende der Heimelf im Blickpunkt: Robby Staude tankt sich von außen in den Strafraum, düpiert die gesamte gegnerische Hintermannschaft - scheitert mit seinem Abschluss aus gut elf Metern zentraler Position jedoch am Querbalken. Die Gäste von der Mühle wirken angezählt, doch die Hubertusburger verpassen es bis zur Pause den nächsten Punsch zu landen.

In dieser heißt es sammeln und mobilisieren für Durchgang zwei. Der ist noch keine Minute alt, die Pausenbierhohler sind noch auf dem Weg zurück, da klingelt es wieder an der Torstange, nur ist es diesmal jene hinter Schönitz. Seine Vorderleute verschlafen den Wiederanpfiff einmal komplett und können sich bei Fortunas ausgleichender Gerechtigkeit bedanken. So richtig wach sind sie trotzdem nicht gerüttelt, dazu bedarf es erst einer Monsterparade von Kapitän Schönitz, der in der 56. Minute einen Abschluss aus nicht mal fünf Metern noch irgendwie von der Linie kratzt und seine Farben damit endlich in die zweite Hälfte hievt.

Blau-Weiß nun auf der Höhe des Geschehens, das Spiel verlagert sich zwischen die Strafräume. Doch die Gastgeber fahren zunehmend gefährliche Tempogegenstöße, allen voran Pascal Weidner spult in Akkordarbeit Läufe in die Tiefe ab. Gut eine Stunde ist durch, da kann sich die Nummer 9 dafür belohnen, vergibt auf Keller Vorlage jedoch die bisher beste Möglichkeit zum Führungsausbau. Teil zwei dieser Kombi in der 77. Minute, nach erfolgreich abgewehrtem Standard der Zwochauer geht der FSV mit Siebenmeilenstiefeln in den Gegenangriff, Keller bricht auf Außen durch und sucht abermals Weidner, der aus spitzem Winkel aber nicht entscheidend an den Ball kommt.

Der Ausgang der Partie bleibt also offen, eine heiße Schlussphase bricht an. Die Kontrahenten nach und nach am Limit ob der intensiven Auseinandersetzung auf schwierigem Geläuf, es kommt Feuer rein. Hier und da hitzige Szenen, Schiedsrichter Nils Jung aus Weinböhla hat einiges zu tun. Zwochau wählt als Mittel für die finalen Momente des Spiels vornehmlich hohe Bälle.

Wermsdorf wirft sich dem geschlossen entgegen und setzt auf die letzten Körner der Offensivflitzer. So tickt die Uhr für Blau-Weiß, setzt an zur letzten Umdrehung. Die Kupferlinge fangen das Spielgerät ab, sofortige Flügelverlagerung gen Sebastian (der die) Körner (immer hat), der lässt den nachtretenden Gegenspieler aussteigen.

Haupe bedient den mitgeeilten Pascal Weidner, welcher wiederrum zum 2:0, zum Heimsieg einschiebt. Die Krönung seines Comebacks, Deckel drauf unter eine mannschaftlich geschlossen starke Leistung der Hubertusburger. Unschöne Szenen im Anschluss, Rudelbildung und Platzverweis für Keller.

Nichts desto trotz gestalten die Mannen um Trainer Kupfer den Pflichtspielauftakt ins Jahr 2019 erfolgreich, schieben sich damit an Lokalrivale Mügeln vorbei auf Platz 3 der Nordsachsenliga. Zum direkten Duell mit den Obstländern kommt es dann am nächsten Wochenende, diesmal mit Rückkehren Namens Böttger und Freiberg, die es ihrer Nummer 9 gerne gleich tuen dürfen.

Schiedsrichter: Nils Jung

Zuschauer: 67

Wermsdorf: Schönitz, Beckedahl, Siebert, D. Weidner, Springer (Rademacher), Eckert, Köppe, Körner, Keller, Robby Staude (Robyn Staude), P. Weidner

Justus Keller/Bilder René Wegner und Pauline Kamm