Nach Rückstand in der zweiten Halbzeit alles klar gemacht

SpG Wermsdorf II/Luppa - ESV Delitzsch II 5:2 (1:1)   Statistik/Galerie

Am Samstag empfingen die Spielgemeinschaftler die Zweitvertretung aus Delitzsch. Vor zwei Wochen hatten die Gäste keine Mannschaft vollbekommen und so wurde die Partie nun am für beide Mannschaften spielfreien Wochenende nachgeholt. Dies gab den Gastgebern die Möglichkeit auf einige Stammspieler der ersten Männermannschaft zurückzugreifen, die sich ebenfalls schon aus dem Pokal verabschiedet hatten. Das Ziel für Blau-Weiß dementsprechend klar, der Heimsieg fest ins Auge gefasst. Vollkommen gegensätzlich zu dieser Marschroute starteten die Natzke-Büchner Schützlinge hingegen in die Partie. Die Platzbesitzer fanden keine Ordnung und kamen in den Zweikämpfen stets einen Schritt zu spät.

Den anfänglichen Tiefschlaf konnten die Delitzscher nach 20. Minuten und einem vorausgegangenen Standard mit anschließendem Strafraumgewühl zum ihrerseits verdienten 0:1 verwerten. Damit war nun auch endlich der Startschuss gegeben für den FSV, hier anzufangen Fußball zu spielen und der Favoritenrolle gerecht zu werden. Fortan stand man hinten geordneter und vorne konnte die schnelle Antwort gegeben werden.

Jakob Jülich war in den Strafraum durchgebrochen und konnte nur noch per Foul gestoppt werden und so besorgte Maik Eckert nach 23. Minuten den Ausgleich vom Punkt.

Die Gastgeber nun mit allerhand Oberwasser drängten auf den Führungswechsel. Justus Keller bot sich die große Möglichkeit als er nach unfreiwilliger Schussvorlage von Sven Franke blank vor dem gegnerischen Tor auftauchte, das Spielgerät allerdings in den blau-weißen Himmel jagte. Wermsdorf/Luppa blieb dran und hatte weiter Chancen, die beste kurz vor der Pause. Nach einem Foul an Keller zeigte Schiedsrichter Träumner erneut auf den Punkt. Abermals legte sich Eckert den Ball zurecht, doch blieb Wermsdorfs Nummer 14 diesmal nur zweiter Sieger und musste zusehen wie Delitzschs Schlussmann Stephan Ehring parierte. So ging es mit 1:1 zum Pausentee, bei herbstlich kühlen Temperaturen an der Sachsendorfer Straße. Aufgewärmt und gut sortiert kam die Heimelf zurück und schickte sich in der Folge an alles klar zu machen. Von Wiederbeginn an ein Spiel auf ein Tor, das die Spielgemeinschaft aber erstmal einfach nicht treffen wollte.

Reihenweise Chancen durch Max Sommer, Nick Wolf oder Tim Körner verfehlten ihr Ziel und so bedurfte es Libero Denny Beckedahl, um die Büchse der Pandora endlich zu öffnen. 15 Minuten Dauerfeuer im zweiten Durchgang hatten die Gäste überstanden, da fand Jülich mit seiner Flanken den aufgerückten Abwehrchef, der trocken annahm und im Fallen ruhig blieb und eiskalt ins lange Eck einnetzte. Der Knoten war geplatzt, die verdiente Führung hergestellt und die Platzbesitzer setzten weiter nach um den Deckel drauf zu setzen, während bei Delitzsch nach und nach die Körner ausgingen. Nach 75. Spielminuten war es abermals Beckedahl, der mit einem sehenswert direkt verwandelten Freistoß auf 3:1 und Richtung Heimsieg stellte. Wenige Augenblicke später konnte Keller auf Vorlage von Dominick Lewick das nächste Tor markieren, womit das Ding endgültig durch war.

Einer in Blau-Weiß wollte und hatte noch einen Elfmeterfehlschuss gut zu machen – dem geschuldet vergas Maik Eckert glatt, dass er als Außenverteidiger aufgeboten war, was Delitzsch über Links ungeahnte Beinfreiheit bescherte und nochmal zum 4:2 in der 85. Spielminute brachte. Dieser Treffer aus dem Nichts nun aber nicht etwa als Einleitung einer späten Aufholjagd, sondern eher Ergebniskosmetik. Denn Eckert hatte ja noch einen auf der Pfanne. Der wie erwähnt mittlerweile wenig außenverteidigende zusätzliche Stürmer der Spielgemeinschaftler wurde handgestoppte 14 Sekunden vor Abpfiff der Partie von Sebastian Körner an der Strafraumkante in Szene gesetzt, umkurvte den ersten Gegnerspieler flink wie eine Gazelle, ließ auch dem zweiten im Stile einer schwebenden Feder keine Chance und kullerte die Murmel schließlich mit einem Abschluss der seines gleichen sucht, irgendwo zwischen verunglücktem Schlenzer und Giekenschuss der alten Schule, vorbei an Ehring, der gegen diesen Hammer Schuss machtlos war hinein ins Netz, das vom heransausenden Spielgerät minimal geküsst wurde und tatsächlich kaum merklich zappelte.

Schluss an der Sachsendorfer Straße, die noch weit nach Abpfiff unter dem Eindruck des fantastischen Eckert-Solos stand. Die Spielgemeinschaft nach stockendem Beginn und einer drückend überlegenen zweiten Hälfte also mit einem verdienten 5:2 Heimsieg, wichtigen drei Punkten im Kampf um den Klassenerhalt, aber auch noch Luft nach oben, betrachtet man die ersten 20 Minuten und die über das komplette Spiel mangelnde Chancenverwertung.

Schiedsrichter: Michael Träumner

Zuschauer: 68

Aufstellung: Staude, Franke, Beckedahl, Eckert, Johst, Keller, Wolf, Jülich, Kühn (S. Körner), Sommer, T. Körner (Lewick)

Justus Keller/Bilder AK