Drei Punkte aus Selben mitgebracht

SV Grün-Weiß Selben - SpG Wermsdorf II/Luppa 1:4 (0:1)  Statistik/Galerie

Am Sonntag gastierten die Spielgemeinschaftler aus Luppa und Wermsdorf beim Kreisliga Tabellenschlusslicht in Selben. Punktuell ergänzt durch Spieler der ersten Mannschaft war die Marschroute für die Büchner-Lüderßen Truppe klar, drei Punkte fest ins Visier gefasst. Entsprechend selbstbewusst gingen die Gäste in die Partie mit dem punktlosen Kontrahenten, den man dabei allerdings keinesfalls unterschätze, hatte doch Tabellenführer Belgern gegen die Grün-Weißen nur mühsam und äußerst knapp mit 3:2 gewinnen können. Nach einem gemächlichen Start in die Partie, mit ersten Abschlüssen durch Dominic Arendt und Max Sommer, Wermsdorfs Herbstzugang, der sein Debüt feierte, zogen die Blau-Weißen nach und nach das Tempo an. Die Platzbesitzer hatten ihre liebe Mühe mit den agilen Gegner und begannen zunehmend sich in Fouls und das Lamentieren des Altersunterschieds zu flüchten. Die Gäste zeigten sich davon unbeeindruckt und spielte ihren Stiefel.

Zwar schlichen sich hin und wieder Unkonzentriertheiten ins blau-weiße Spiel, doch rutschte mal ein Ball durch, war Robyn Staude im Wermsdorfer Tor stets souverän zur Stelle. Nach einer knappen halben Stunde machte Dominic Arendt dann Ernst. Auf Vorlage von Nick Wolf, der sich auf der rechten Außen durchsetzen konnte, war die Nummer 7 zur Stelle und schoss zur wohlverdienten Gästeführung ein. Die gab den Gästen weitere Ruhe und Rückenwind. Bis zur Pause blieb das große Manko jedoch die Chancenverwertung.

Allen voran Debütant Sommer schraubte ordentlich am Premierentreffer, reihte sich aber ins Bild seiner mehr lauwarmen als eiskalten Teamkameraden ein. So ging es bei unverändertem Spielstand zum Pausentee. Den wollten oder besser gesagt mussten Sven Franke und Domenik Richter länger genießen, für beide ging es verletzungsbedingt nicht weiter. So brachte das Trainergespann der runden Bäuche zum zweiten Durchgang das Körnerduo, für den Sturm Tim und als Sechser seinen Bruder Sebastian. Beide fügten sich nahtlos in den seriösen Auftritt der Gäste ein. Basti Körner konnte gar nach wenigen Minuten seine erste Torbeteiligung in diesem Spiel verbuchen, er schickte Sommer auf die Reise und der belohnte sich nun für seinen engagierten Auftritt, setzt sich im Strafraum gut durch und netzte sehenswert ins kurze Eck ein. Blau-Weiß ließ nicht locker, Selben hatte nicht viel entgegen zu werfen außer die gestreckten Beine mit Stollen voran.

So wird es für Schiedsrichter Pohle zunehmend kniffliger die Übersicht zu behalten, leider bleibt er dabei in seiner Regelauslegung teilweise eher konfus. Beispiel gefällig? Kommt sofort, erstmal erzielt Nick Wolf nach 60 Meter Sprint noch das 0:3 und macht den Deckel drauf. Wenig später schenkt der Unparteiische den Platzbesitzern einen Strafstoß. Geahndet wurde ein vermeintliches Foulspiel, das in der Realität eher als verunglückter Dribbelversuch beschrieben werden muss. Der grün-weiße Angreifer rutscht beim Versuch das Spielgerät zu kontrollieren auf selbigem aus und schliddert in seinen Gegner rein, der einfach nur da steht und über den Haufen gerannt wird, wie man hier auf regelwidriges Verhalten kommen kann bleibt ein Rätsel. Jedenfalls nutzt die Heimelf diese kleine Gabe und erzielt den Ehrentreffer durch Michael Linke.

Wermsdorf/Luppa nun mit Wut im Bauch. Stückweite Genugtuung in der 80. Spielminute, dem Schwalbenkönig des Elfmeters schlägt die Schwerkraft nun ein Schippchen, erst geht er nach einer Finte seinen Gegners eines nassen Sacks gleich zu Boden, dann kann er gleich weiter gehen und zum begossenen Budel werden – die Sicherungen waren durchgebrannt, übles Nachtreten und die Belohnung in Form vom roten Karton und dem vorzeitigen Duschen gehen. Der Schiedsrichter hatte seine Linie jetzt auch wiedergefunden und bewies immerhin noch, dass er auch berechtigte Strafstöße geben kann. Den nutzt Dominic Arendt in der letzten Spielminute mit seinem zweiten Treffer, dem 4:1 Endstand.

Die Spielgemeinschaft kann damit einen ungefährdeten Auswärtserfolg einfahren und wichtige drei Zähler sammeln, um sich weiter von den Abstiegsplätzen fernzuhalten und im Mittelfeld zu etablieren. Um dieses Unterfangen weiterhin erfolgreich gestalten zu können, bedarf es in den kommenden Spielen gegen ein anderes Gegnerkalibier wieder einer abgeklärten und engagierten Leistung und vollem Einsatz aller.

Schiedsrichter: Jamie Pohle

Zuschauer: 42

Luppa-Wermsdorf: Robyn Staude, Franke (S. Körner), M. Natzke, Lochert, Jülich, Döring, Wolf, Sommer (Kühn), Keller, Richter (T. Körner), Arendt

Justus Keller/Bilder Felix Plakinger