Spiel weitestgehend zwischen den Strafräumen - Düben kommt einmal durch und gewinnt am Ende nicht unverdient

FV Bad Düben - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 1:0 (1:0) Galerie Power-Ranking

Am Samstag gastierten die Hubertusburger in Bad Düben. Dabei musste Trainer Dierk Kupfer seine Elf im Vergleich zur letzten Woche auf einigen wichtigen Positionen umstellen, die Personaldecke war aufgrund unterschiedlicher Ursachen dünn gestrickt. So musste Kapitän Benjamin Schönitz im Tor erneut vertreten werden, diesmal durch Steve Schütz, der damit sein Debüt für die Wermsdorfer gab und dabei eine gute Figur machte. Schmerzlich bemerkbar hingegen sollte sich der Ausfall von Florian Böttger, dem blau-weißen Toptorjäger, sowie seiner nicht minder durchsetzungsstarken Mitspieler Sebastian Hanisch und Robby Staude, machen. Auf seine Kollegen wartete in der Kurstadt wenig Erholung. Es regnete Bindfäden, als Schiedsrichter Reiner Fischer die Partie freigab. Der Anfang gehörte dabei durchaus den Gästen, die den Gegner früh anliefen und zu Fehlern zwangen, allerdings nicht in entscheidende Abschlusspositionen kamen. Die Körpersprache bei den Hubertusburgern war gut, es standen 11 Spieler auf nassem Geläuf, die für einander liefen und kämpften.

Die spielerische Anlage bei den nahezu bestbesetzten Platzbesitzern war natürlich besser, das Heft des Handelns klar in den Händen der Bad Dübener. Es entwickelte sich ein Spiel zwischen den Strafräumen, ohne wirkliche Torchancen, dafür mit umso mehr Kampf. Auf Seiten der Blau-Weißen häuften sich mit zunehmender Spieldauer leider aber auch einfache Fehler im Passspiel oder bei der Ballannahme an, wodurch vorher gut erkämpfte Bälle immer wieder verloren gingen. Außerdem gewann die Partie fortwährend an Brisanz und Aggressivität, was der Unparteiische bedauerlicherweise nicht zu unterbinden verstand. Mitte der ersten Hälfte schienen sich Schiedsrichter und Gastgeber irgendwie immer einiger zu seien in ihrer Regelauslegung, die dem FSV nun nicht wirklich zu gute kam. So wurde Justus Keller an der Mittellinie heftig abgeräumt, eine Foul der Kategorie „Dunkelgelb“, vom Schiedsrichter wie auch Gegner lapidar abgetan mit den Worten „er kam doch bloß eine Sekunde zu spät“. Die Gäste kamen nun aus dem Tritt, die Beine wurden schon schwerer, die Räume für Bad Düben größer. Doch auch an der Heimelf war die bisherige halbe Stunde Kampf im Bad Dübener Dauerregen nicht spurlos vorüber gegangen. Nach 38 Zeigerumdrehungen erlaubten sich die Blau-Weißen dann allerdings den einen Fehler zu viel, eine missglückte Aktion im Aufbauspiel brachte Sebastian van Gahlen zentral an der Sechszehnmetergrenze frei in Schussposition, dessen Versuch wird abgefälscht und dadurch erst wirklich gefährlich, schlägt unhaltbar für Schütze im Eck ein. Jubel für die Weißen, Ernüchterung in Blau-Weiß. 45 Minuten harter Arbeit liegen mit dem Pausenpfiff hinter Kupfers Mannen, Zeit in denen die Hubertusburger viel investierten, defensiv eigentlich stabil standen, durch zu viele eigene Fehler den Lohn für den eigenen Kampf aber einfach abgaben. Bei aller Verdrossenheit durch die Wermsdorfer Brille muss dennoch auch einfach festgehalten werden, dass der Rückstand nicht unverdient war. Bad Düben machte in dieser ersten Hälfte das Spiel, ließ den Ball vernünftig laufen und war eben äußerst effizient.

Trotzdem gab sich der FSV noch lange nicht geschlagen, machte sich angeführt von Kapitän Sebastian Freiberg, auf zum zweiten Teil der Wasserschlacht. Neue Halbzeit, selbes Bild. Der Ball nur zwischen, nicht in den Boxen zu finden, Abschlüsse Fehlanzeige. Laufintensiv für alle Beteiligten ging es hin und her, Fehler hier, Grätsche da. Oft aber auch Pfiff von Fischer, Entgeisterung in Blau-Weiß, sinnlose Diskussionen, Frust und weiter geht’s. Man kann den Hubertusburgern wirklich nicht vorwerfen nicht alles probiert zu haben, es reichte heute schlichtweg nicht. Nach vorne ging einfach nicht viel, daran änderte auch die Einwechselung des zur Halbzeit für Denny Beckedahl gekommenen Patrick Riße nichts. Wobei es dann doch jener groß gebaute Angreifer war, der Wermsdorfs beste (einzige) Möglichkeit zum Ausgleich auf dem Fuß hatte. Nach Balleroberung in der eigenen Hälfte schalteten die Gäste schnell, Basti Körner steckte gut durch auf eben Risse, doch dessen Schuss aus spitzem Winkel bleibt zu unplatziert und kann entschärft werden.

Das Bild der letzten Minuten in Bad Düben: Blau-Weiß versucht über die Außen oder durch die Mitte, egal wie in die gefährlichen Räume durchzustoßen. Ein Bein, Kopf oder ähnliches ist im Weg. Die Platzbesitzer, ihrerseits schlagen das Spielgerät hoch vor und suchen dort ihre schnellen Offensivleute, die wiederrum an der Hintermannschaft um die überragend verteidigenden Außen Springer und Lippert hängen bleiben. So neutralisieren sich die beiden Mannschaften bis zum Schlusspfiff weiter. Danach darf die Heimmannschaft jubeln, während die Kupfer Elf mit hängenden Köpfen in die Kabine schleicht. Es liegen 90 Minuten Kampf und Krampfen hinter ihnen, an deren Ende ein Fazit schwerfällt. Fest steht jedoch, dass die Niederlage so hart ist, aber keinesfalls unverdient. Ohne Abschlüsse kann man nun mal kein Tor erzielen. Gezeigt hat dieses Spiel aber einmal mehr, was ein Kämpferherz das Blau-Weiße ist. In der kommenden Woche gilt es dieses zu vereinen mit spielerischer Klasse, um den Tabellenführer aus Radefeld an der Sachsendorfer Straße ärgern zu können.

Schiedsrichter: Reiner Fischer

Zuschauer: 52

Wermsdorf: Schütz, Eckert, Springer, Lippert, Freiberg, Münch, Körner, Richter, Köppe, Keller, Beckedahl (Riße)

Justus Keller, (Regen)Bilder AK