Irres Spiel - Hubertusburger nehmen die Zuschauer auf einer Achterbahn der Gefühle mit - zwei späte Floritore sorgen für ein Happy End

FSV Blau-Weiß Wermsdorf - SV Zwochau 4:3 (2:0)  Galerie/Abstimmung Zuammenfassung Nordsachsenliga

Ein irres Punktspiel lieferten sich bei bestem Fußballwetter die Hubertusburger und die Gäste aus Zwochau. Zur Ausgangslage: Zwochau - wenige Tage zuvor ohne Glück im Torgauer Pokalfinale gegen die Doberschützer Dauerfinalisten. Die Blau-Weißen am gleichen Tag in einem Nachholspiel beim Mügelner Nachbarn trotz gutem Spiel und vielen Chancen ohne Punkte zurück aus dem Obstland. Beide Mannschaften mussten diesmal auf einige Spieler verzichten. Auf Wermsdorfer Seite spielte Tom Köppe erstmalig durch und machte seine Sache gut. Nach langwieriger Verletzungspause und vorsichtigem Trainingsaufbau meldete sich in der zweiten Halbzeit Pascal Weidner wieder zurück und bekam einige Minuten Einsatzzeit. Anpfiff an der Sachsendorfer Straße und die ersten erfolgreichen Angriffe kamen von den Platzbesitzern. Die Distanzschüsse von Florian Böttger und Denny Beckedahl sausten über die Querlatte. Wermsdorf hielt das Tempo hoch und man versuchte in der Offensive immer wieder auf die schnellen Spieler Sebastian Hanisch, Dominic Arendt und Böttger durchzustecken.

In der 26. Minute die erste und bis zum Pausentee einzige gefährliche Offensivaktion der Gäste. Marco Schädlich zog aus der Distanz ab und zwang Wermsdorfs Torhüter Benjamin Schönitz zu einer Glanzparade. Auf der anderen Seite druckvoller Angriffsfußball der Hubertusburger. Zunächst tauchte Böttger vor Torhüter Patrick Eichhof auf. Anstatt selbst zu schießen, legte er auf Arendt quer, der noch geblockt wurde. In der 33. Minute war es dann soweit. Einen Eckball von Hanisch brachten die Gäste nicht aus der Gefahrenzone. Sebastian Körner nutze die Situation mit einem schönen Tor von der Strafraumgrenze unter die Querlatte zum 1:0.

Wenig später wurde Böttger im Zwochauer Strafraum von den Beinen geholt aber der Pfiff des ansonsten souverän agierenden Schiedsrichters blieb aus. Kurz vor der Pause dann doch Strafstoß für die Hubertusburger, als Sebastian Hanisch gelegt wurde. Eine Sache für Sebastian Freiberg, der zum 2:0 einnetzte. In der Pause drehten sich die Gespräche der Zuschauer über die vergebenen Chancen und die Höhe des Heimsieges - es sollte anders kommen.

Nach Wiederanpfiff plätscherte die Begegnung zunächst ohne große Aufreger dahin. Die Hubertusburger versuchten den Ball laufen zu lassen und warteten auf den entscheidenden Konter. Der blieb aus – mit der ersten Zwochauer Möglichkeit in der 55. Minute war es vorbei mit dem ansehnlichen Spiel der Platzbesitzer. Die Ballverluste und verlorene Zweikämpfe häuften sich und der Zwochauer Rene Fertsch netzte nach einer Stunde Spielzeit zum Anschlusstreffer ein.

Nun begann aus Wermsdorfer Sicht die schwärzeste Phase. Die Zuordnung in der Defensive fehlte und nur eine Mannschaft bewegte sich nach Standards zum Ball und das waren die schwarz gekleideten Zwochauer. Nach einem Freistoß köpfte Keven Wahl unbedrängt zum 2:2 (70. Min.) ein. Und weil es so einfach war, keine zwei Minuten später noch mal Wahl. Wieder nach einem Freistoß nur diesmal mit dem Fuß – 2:3. Als der Zwochauer Schädlich freistehend fast das vierte, wahrscheinlich spielentscheidende, Tor erzielt hätte, ging ein Ruck durch die Wermsdorfer Mannschaft. Endlich wurde wieder zwingender agiert und nicht nur reagiert. Benjamin Münch hatte nach Vorarbeit von Böttger den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber nur knapp. Böttger machte in der 80. Minute Nägel mit Köpfen – Ausgleich 3:3. Beide Mannschaften suchten nun die Lücke zum spielentscheidenden Treffer. Zur Freude des Wermsdorfer Anhangs waren es die Blau-Weißen, die diese fanden. 90. Minute: eine Vorlage von Körner verwertete wiederum Böttger mit einem Heber zum umjubelten Siegtreffer für die Hubertusburger – Endstand 4:3 in einem aufregenden Spiel.

Schiedsrichter: Dave Grellmann

Zuschauer: 63

Wermsdorf: Schönitz, Beckedahl, Lippert, Springer, Köppe, Freiberg, Münch, S. Körner, Böttger, Arendt (P. Weidner), Hanisch

AK