Mannschaftlich geschlossene Leistung auf dem Eilenburger Kunstrasen

FSV Krostitz II - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 0:3 (0:1)   Statistik und Abstimmung

Zum Start ins erste Pflichtspiel Jahr 2018 reisten die Hubertusburger am Samstag nach Eilenburg. Dort empfingen sie nicht etwa die heimischen Muldestädter, sondern die Zweitvertretung aus Krostitz, die den Platz zur Schonung des eigenen Geläufs angemietet hatte. Beide Teams trennten sich im Hinspiel in Wermsdorf mit 1:1. Das Spiel nun also eine erste, frühe Standortbestimmung für die Blau-Weißen. Die setzen auf eine kompakte Defensivreihe und im Angriff auf eine flexible Formation um ihren treffsichersten Mann Florian Böttger. Auf dem Kunstrasen präsentierte sich diese taktische Einstellung dann von Beginn an ansehnlich und auch früh ertragreich. Krostitz, die „Heimelf“ hatte früh seine lieben Mühen mit den engagiert anlaufenden Blau-Weißen. So hatten die Gäste nach wenigen Zeigerumdrehungen bereits den Torschrei auf den Lippen, doch ein Böttger Kopfball knallte an die Querlatte. Die Hubertusburger hielten den Druck in den ersten Minuten aber weiter hoch und belohnten sich alsbald. Nach Balleroberung schickte Justus Keller den der Abwehr enteilenden Böttger auf die Reise. Der behält in der Krostitzer Gefahrenzone die Ruhe und vor allem Übersicht und legt nochmal quer auf den mitgelaufenen Sebastian Körner, der wiederrum ohne Probleme zur 1:0 Führung einschiebt.

Damit trifft Wermsdorfs Winterneuzugang gleich in seinem Debüt und darf seinen Teamkollegen zurecht einen ausgeben. An den Späßen kann sich Philipp Springer gleich beteiligen, der bei seinen Mannschaftskammeraden einiges gut zu machen haben wird. Der junge Hitzkopf erweist seiner Mannschaft in der 20. Spielminute nämlich einen Bärendienst als er für übermäßiges Lamentieren Gelb sieht und sich für anschließendes höhnisches Applaudieren gleich noch die Ampelkarte abholt. Eine überflüssige Auseinandersetzung mit dem Schiri, leider auf deutschen Fußballplätzen keine Seltenheit. Das Emotionen während der 90 Minuten häufig hochkochen ist aufgrund der Leidenschaft mit der jeder wahre Hobbykicker für seinen Verein versucht, sein Bestes zu geben selbstredend. Dabei muss sich aber auch ein jeder im Klaren sein, dass es Regeln des Umgangs miteinander gibt. Der Fairplay Gedanke darf trotz aller Emotionen nie vergessen werden. Den Spielern muss klar sein, dass sie mit solchen Aktionen nicht nur sich selbst in Form der nächstwöchentlichen Sperre sondern vor allem auch der eigenen Mannschaft schaden, die personell geschwächt den Kampf um die drei Punkte fortsetzen muss. Die Wermsdorfer „Rüpelkarte“ liegt nun also bei Philipp, der seine Fehler hoffentlich einsehen und auch eingestehen wird. Doch sinnbildlich sollte diese Aktionen auch einigen anderen Spielern im Blau-Weißen Kader sein, die an Theatralik und im Zwiegespräch mit dem Schiedsrichter immer wieder über das Angebrachte hinausschießen (Der Autor nimmt sich hier selbst nicht aus). Die Hubertusburger auf dem Eilenburger Kunstrasen nun also dezimiert, müssen eigene Angriffsbemühungen erstmal ad acta legen und blau-weißen Beton anrühren. Das gelingt den zehn Verbliebenen beachtlich gut, weil sie aufopferungsvoll füreinander kämpfen, grätschen und laufen aber auch, weil der Gegner aus der Bierbrauerstadt in Überzahl nicht wirklich Zugang zum Spiel findet. Den hat auf der anderen Seite Sebastian Körner ohne Zweifel längst gefunden. Nach einer guten halben Stunde scheitert er nach glänzender Einzelaktion denkbar knapp an Torhüter Röthel. Seine Möglichkeit bleibt bis zum Pausenpfiff tatsächlich auch die gefährlichste seit dem 0:1, was für die gute Defensivarbeit der Gäste aus Wermsdorf spricht. Die nutzen die Pause zum Durchatmen und sammeln sich für weitere laufintensive 45 Minuten.

Dabei haben sie teilweise Probleme das eigene Wort zu verstehen, setzt es doch von der Nachbarkabine her scheinbar deutliche Worte in den Krostitzer Reihen. Diese kommen auch sichtlich wacher auf das Kunstrasenfeld, starten entschlossener in den zweiten Spielabschnitt und versuchen das Spiel nun vor allem breiter zu ziehen. Die Hubertusburger ihrerseits haben damit anfänglich vermehrt Probleme. So verfehlen zwei gute Distanzschüsse nur knapp das Tor von Benjamin Schönitz, der nun auch immer öfter selbst eingreifen muss. Die Blau-Weißen verteidigen sich nichtsdestotrotz weiter geschickt und wissen sich offensiv in die entstehenden Räume zu spielen. In einen solchen startet nach 58. Minuten wieder einmal Florian Böttger. Wermsdorfs Nummer 10, der über die gesamte Partie mit strittigen Abseitsentscheidungen hadert, wird diesmal nach einem wohl getimtem Körner-Pass nicht zurückgepfiffen und bringt den Ball mit viel Gefühl aus spitzem Winkel im Tor unter. Ein Treffer der zum berühmt berüchtigten psychologisch wichtigen Zeitpunkt kommt und ein echter Kraftakt der Blau-Weißen war, die Böttger in ihrer Jubeltraube unter sich begraben. Der hat weiter viel Lust an diesem Fußballspiel und ist in der 64. Minute erneut zur Stelle als ein Hauch von Tiki-Taka durch Eilenburg weht. Per Doppelpass spielen sich Benjamin Münch und eben wieder Böttger durch den Strafraum, letzterer umkurvt noch entspannt den Torhüter und schiebt zu seinem siebten Saisontor und der 3:0 Führung ein. Die Hubertusburger lassen in der Folge nicht mehr viel Anbrennen und spielen ihren Stiefel ganz seriös runter. Zum Ärger der enttäuschten Gastgeber, die ihrerseits immerhin noch in einer Kategorie den Ausgleich schaffen, als ihr Stürmer 10 Minuten vor Schluss zum verfrühten Duschen geschickt wird und es nach erneuter Ampelkarte personell 10 gegen 10 steht. Die Hubertusburger holen in Eilenburg gegen Krostitz also trotz einstündiger Unterzahl einen überzeugenden Sieg. Die drei Punkte und das zu Null-Ergebnis geben Mut für die kommenden Wochen. Ausruhen darf sich darauf aber keiner. Außer Philipp Springer nächste Woche.

Schiedsrichter: Christian Jordan

Zuschauer: 20

Aufstellung: Schönitz, Beckedahl, Lippert, Jonnek, Keller, Krezo (Köppe), Freiberg, Münch, Springer, Körner, Böttger

Justus Keller/Bilder René Naujoks