Hubertusburger Rückblick - die Jahre 1945-46

Der Wermsdorfer Fußball blickt auf eine lange Tradition zurück. 2018 wollen wir gemeinsam 90 Jahre Fußball feiern. Dazu bringen wir in loser Folge Erinnerungen aus unserem gut gefüllten Archiv.

Frühjahr 1945 - das Morden hatte ein Ende. Der "geliebte Führer" hatte sich, nachdem das "Tausendjährige Reich" nicht ganz das anvisierte Alter erreicht hatte , dafür aber Europa und Deutschland in Trümmern lagen, nebst Gattin Eva Braun und Schäferhund Blondi im Berliner Bunker die Kugel gegeben. Die Überlebenden (u.a. 39 Wermsdorfer Sportler waren tot) versuchten irgendwie über die Runden zu kommen. Erste Anzeichen von Normalität - der Wermsdorfer Fußball wurde unter dem Dach der SG Wermsdorf wiederbelebt. Auf dem Foto sind die Jugendmannschaften aus Wermsorf und Mügeln zu sehen. Aus heutiger Sicht etwas crazy - Erich Schulze heiratete am 18. August 1946 seine Lisbeth und ging unmittelbar nach der Trauung mit seiner Mannschaft ins Spiel gegen Mutzschen. Sachen gibts ... Der freundlich lächelnde Fußballer hinten rechts, Bruno Lisiewicz, ist ebenfalls mit einer interessanten Familiengeschichte präsent.

Übrigens das Hochzeitsfoto - hinten rechts steht Bruno Lisiewicz. Es verschlug ihn aus dem Sudetenland nach Wermsdorf.

Sein Sohn Rainer wurde zur Lok-Legende erreichte in den 70er Jahren mit der Loksche das UEFA-Pokal Halbfinale (u.a. warf man den AC Turin und Fortuna Düsseldorf aus dem Wettbewerb) und trainierte Lok erfolgreich 2004 bis 2009. Vater Bruno, der später in Oschatz und Grimma kickte, kam noch als Rentner immer mal wieder mit dem Fahrrad auf dem Sportplatz an der Sachsendorfer Straße zum Fußballschauen vorbei. Nach den Erinnerungen von Karsten Wolf, der damals im Jugendbereich kickte, gab Bruno den Kindern bei gutem Spiel öfters eine Runde Fassbrause aus.

Archiv KW/AK