Derby zweier gleichwertiger Mannschaften hat mit den Platzbesitzern den glücklicheren Sieger

FSV Wacker Dahlen - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 1:0 (0:0) Statistik und Abstimmung hier

Zum Abschluss des Spieljahres 2017 und gleichzeitig zum ersten Spiel der Rückrunde gastierten die Blau-Weißen zum ersten Advent im Heidestadion bei Wacker Dahlen. Besser in dieses Duell kamen die Platzbesitzer, die nach wenigen Minuten auch zu ihrem ersten Abschluss kamen. Die Hubertusburger hingegen verzeichneten erste Ansätze zum Torabschluss durch einige weite Bälle auf den agilen Dominic Arendt. Beide Mannschaften, die nun schon in diesem Jahr zum vierten Mal aufeinandertrafen, neutralisierten sich in der Folge zunehmend. Der tiefgefrorene und äußerst holprige Platz tat sein Übriges dazu.

Ein kurzes Mal Luft anhalten dann bei einem gut getretenen Beckedahl Freistoß, den Chris Föllner im Dahlener Tor aber stark parierte. Das Spiel trotzdem weiterhin zwischen den Strafräumen, weitestgehend ohne Torabschlüsse. So ging ein wahrscheinlich von außen nicht unbedingt ansehnlich, trotzdem aber lauf- und kampfintensives Spiel in seine Pause.

Der zweite Spielabschnitt schloss sich dem nahtlos an. Wie es sich für dieses Duell gehört wurde es dann nach einer guten Stunde plötzlich doch hektisch. Einen weiten Ball, der Florian Böttger in aussichtsreicher Position freigespielt hätte, pflückte Dahlenes Verteidiger aus der Luft – mit beiden Händen. Entgeisterte Blau-Weiße Gesichter und alle Augen aus Marcel Schöne. Der ohnehin mit schwerem Stand bei den Hubertusburgern konnte sich nur einer gelben Karte erbarmen mit der Begründung, dass sicher noch ein anderer Spieler hätte klären können. Nach Elfmeter in der 97. Spielminute, jeweils zwei Roten Karten auf beiden Seiten, einem Treffer nach Schiedsrichterball und jenem ohne Gegnereingriff also das nächste Kapitel der Historie dieses außergewöhnlichen Derbys.

Während die Hubertusburger hier durchaus Pech hatten, glich Fortuna auf der anderen Seite zunächst wieder aus, als Wahrig aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten des Wermsdorfer Torgehäuses traf. Der bis dato besten Möglichkeit im ganzen Spiel folgte die Antwort der Gäste. Nach viel Zufallsprodukt tropfte Justus Kellers Schlenzer an den Querbalken. Es schien alles auf ein torloses Spiel hinauszulaufen. Dann die 80. Spielminute, der Angriff der Heimelf eigentlich geklärt, doch der Befreiungsschlag misslingt, Christoph Wahrig wird angeschossen und fabriziert so eine Bogenlampe über den chancenlosen Benjamin Schönitz hinweg. Dahlen Jubel und Wermsdorf schaut sich nun zum zweiten Mal verdutzt an. Natürlich ziehen sich die Platzbesitzer nun weit zurück, während die Blau-Weißen alles vor werfen und sie sollten ihre Möglichkeit bekommen. Es ist Florian Böttger, der kurz vor Schluss im Strafraum frei durch ist, den Abschluss andeutet, per Trick verlagert und in die lange Ecke abschließen will – dabei wird Wermsdorfs Nummer 10 vom herangrätschenden roten Verteidiger abgeräumt. Aus blau-weißer Sicht natürlich klarer Foulelfmeter, für die Heimelf glasklar Ball gespielt – für Marcel Schöne leider auch. So schreibt das Derby weiter an seiner zweifelhaften Geschichte, auch diese Szene wird wohl nie eindeutig aufzulösen sein. Ein letzter Eckball der Gäste bringt nichts mehr ein.

Dahlen freut sich zurecht über drei Punkte, die in einem Spiel eingefahren werden, in dem sich beide Seiten lange neutralisierten und am Ende der vielleicht Tüchtigere das Glück auf seiner Seite hatte. Wehmutstropfen unter die stärkste blau-weiße Halbserie in der Kreisoberliga, in der sie einige Ausrufezeichen setzten konnten. Jetzt geht es in die Winterpause und die allseits beliebte Halle, in der es dann sicher wieder Chance zur Revanche mit dem Nachbarn aus der Heidestadt geben wird.

Schiedsrichter: Marcel Schöne

Zuschauer: 40

Aufstellung: Schönitz, Beckedahl, D. Weidner, Eckert, Staude, Freiberg, Springer, Münch, Böttger, Keller, Arendt (Hanisch)

Justus Keller/Bilder Pauline Kamm