Keine Überraschung in Radefeld

Radefelder SV - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 4:0 (1:0)  Statistik und Abstimmung

Zum Abschluss der besten Wermsdorfer Hinrunde in der Kreisoberliga stand für die Elf von Trainer Dierk Kupfer am Sonntag das „Bonusspiel“ an. Die Blau-Weißen reisten ohne jeglichen Druck zum Ligaprimus nach Radefeld. Gegen den haushohen Favoriten hatten die Gäste schlichtweg nichts zu verlieren. Das Matchkonzept war klar: Kompakt verschieben, Tief stehen und wenn möglich Nadelstiche setzen über die schnelle Offensive um Flitzer Dominic Arendt. Konzentriert gingen die Hubertusburger die schwere Aufgabe an. Wie abzusehen war, übernahmen die Gastgeber vom Anstoß weg die Spielkontrolle. Erste Passstafetten rollten Richtung Wermsdorfer Tor. Nach einigen Minuten anfänglicher Unsicherheiten fanden die Gäste in der Folge ihre Ordnung, pressten gut gegen den Ball und machten in der eigenen Hälfte die Räume dicht.

Die Offensive der Platzbesitzer tat sich sichtlich schwer gegen den blau-weißen Beton Mittel zu finden, der sich hier anrührte. Schnelle Seitenverlagerung und Steilpässe waren die Radefelder Antwort auf die Defensivkette um Libero Denny Beckedahl, welche sich über weite Strecken geschickt zu verteidigen wusste. Der Klassenunterschied der beiden Kontrahenten, ausgestattet mit durchaus gegensätzlichen Ambitionen wurden dann aber doch hin und wieder auch in Form von Torchancen ersichtlich. Bis Mitte der ersten Hälfte sollten diese Möglichkeiten allerdings eher halbgar sein. Erfreulich und sogar überraschend war, wie sich die Hubertusburger in jener Phase des Spiels präsentierten.

Mit der Gewissheit dem Gegner doch nicht so hilflos unterlegen zu sein, trauten sich die blau-weißen nach und nach aus ihrer defensiven Komfortzone und verzeichneten erste Anzeichen von offensiver Gefahr. Vor allem den bereits erwähnten Arendt bekamen die Radefelder Verteidiger kaum zu fassen. In der 24. Spielminute war es aber dessen Mannschaftskollege Benjamin Münch, der plötzlich die dicke Möglichkeit zur vollkommen überraschenden Führung bekam. Die Gäste pressten hoch und zwangen den Radefelder Verteidiger zu einem Fehler im Spielaufbau, wodurch Wermsdorfs Nummer 16 auf einmal völlig frei gute zehn Meter vor Torwart Patrick Pfefferkorn an den Ball kam. Kollektives Blau-Weißes Luftanhalten, doch der Abschluss verfehlte das Tor knapp.

So etwas wie der Weckruf für die in gelb spielende Heimelf. Diese verzeichnete in der Folge einige gute Einschussmöglichkeiten. Doch was im Weltfußball derzeit Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona ist, das ist Benjamin Schönitz in der Kreisoberliga. Seit einigen Wochen in überragender Form war es nun ein ums andere Mal Wermsdorfs Schlussmann, der mit teilweise überragenden Paraden zur Stelle war. So hatten die Radefelder nach einer Standardvariante bereits den Jubel auf den Lippen, doch mit einem überragenden Reflex verhinderte Schönitz im letzten Moment den Torerfolg.

Die Radelfelder Verzweiflung hielt auch in der nächsten Szene an, als die Hubertusburger Nummer eins in Olli Kahn Manier übergriff und einen strammen Freistoßschuss parierte. Aller guten Dinge sind drei – so tauchte die „Krake“ auch im nächsten Versuch der Platzbesitzer bärenstark ab und verhinderte erneut. Angetrieben von der Leistung ihres Torwarts und Kapitäns bäumten sich auch die blau-weißen Feldspieler, wobei an diesem Tage eher Dauerläufer weiter gegen die gelbe Übermacht auf. Einen langen Ball von Sebastian Freiberg erlief Justus Keller, dessen Hereingabe Dominic Arendt knapp verpasste.

Wenige Zeigerumdrehungen noch zu gehen und es sah so aus als können die Gäste das torlose Unentschieden in die Halbzeit bringen. Leider kam es mal wieder anders. Zwei Minuten vor dem Pausentee fälschte Keller eine Flanke unglücklich ab, sodass Martin Höschel unverhofft frei vor dem Tor auftauchte und zur Führung verwertete. Bedröppelt schlürften die bis dahin respektabel spielenden Hubertusburger zur Halbzeitpause. Nun war klar, es würden nochmal längere 45 Minuten werden. In jenem zweiten Spielabschnitt fiel es den Blau-Weißen von Anfang an schwer das Laufpensum der ersten Hälfte weiter zu gehen und an die geschlossene Abwehrarbeit anzuknüpfen. Spielerisch einfach kombinierten sich die Platzbesitzer nun durch die gegnerischen Reihen, Wermsdorf fand keinen Zugriff und so war es eine Frage der Zeit bis zum zweiten Treffer. Dieser viel in der 55. Minute, als die Radefelder nach Fehler im Spielaufbau eiskalt durch David Böhme zur Stelle waren. Den dritten Treffer schoben die Mannen von Trainer Tino Berger prompt hinterher – Böhme netzte erneut ein. Man könnte denken, die blau-weiße Gegenwehr wäre nun dahin, doch die Schützlinge von Trainer Dierk Kupfer fingen sich wieder und vermieden lange weitere Gegentreffer. Verzeichneten auf der anderen Seite aber auch kaum mehr nennenswerte Angriffe. So plätscherte das Spiel nach einer guten Stunde mehr oder weniger dahin, Radefeld wollte nicht mehr, Wermsdorf konnte nicht mehr. Den Schlusspunkt setzte dann doch nochmal der Gastgeber, der nach einem vom ansonsten souverän leitenden Schiedsrichter Iser übersehenem Doppelfoul, auf 4:0 durch Patrick Böhme erhöhen konnte.

Ein natürlich verdienter Sieg für das klar bessere Team. Von einer Überraschung waren die Hubertusburger vor allem durch die unterschiedlich guten Leistungen der beiden Halbzeiten dann doch eher weit entfernt. Dennoch zeigten die Blau-Weißen wiedermal mannschaftliche Geschlossenheit und einen guten Teamgeist.

Schiedsrichter: Falk Iser

Zuschauer: 110

Wermsdorf: Schönitz, Beckedahl, D. Weidner (Döring), Staude, Eckert (Lochert), Freiberg, Münch, Keller, Untermann, Jonnek, Arendt (Körner)

Justus Keller/Bilder AK