Bestes Herbstwetter - 215 Zuschauer - Hubertusburger erkämpfen sich den Derbysieg

FSV Blau-Weiß Wermsdorf - SV Mügeln-Ablaß 1:0 (1:0)

Am Samstag hieß es Derbytime an der Sachsendorfer Straße. Viele Zuschauer bereiteten eine prächtige Kulisse für das Kräftemessen zwischen Wermsdorf und Mügeln/Ablaß. Die Partie begann mit einem gegenseitigen Abtasten beider Mannschaften zwischen den Strafräumen. So gestaltete sich das Spiel wie zu erwarten, die Platzbesitzer tief in der eigenen Hälfte, die Gäste mit mehr Ballbesitz aber ohne Durchschlagskraft gegen eine kompakte Abwehr der Blau-Weißen. Torschüsse noch Mangelware. Das änderte sich in der Folge - nun die Hubertusburger mit mehr Zug zum Tor, dadurch auch mehr Räume für die Obstländer. Gefahr erzeugte Wermsdorf auf der einen Seite immer wieder über Standards, auf der anderen Spielfeldhälfte waren es vor allem die agilen Offensivkräfte Paul Erdmann und Louis Hoffmann.

In der 27. Spielminute brandete dann großer Jubel auf. Ein Becke-Freistoß aus dem Halbfeld touchierte Florian Böttger mit dem Hinterkopf gegen die Laufrichtung von Torhüter Jan Greschner ins Tor.

Seinem 4. Saisontreffer hätte Flori kurze Zeit später fast noch den Fünften folgen lassen, doch Greschner konnte den Ball diesmal mit starker Parade entschärfen. Im Gegenzug war es Erdmann, der einmal zu viel Platz hatte und diesen beinahe nutzten konnte, doch der Stürmer verzog seinen Schuss knapp am langen Pfosten vorbei. Die 09er Angriffe wurden in der Folge immer wütender, die Gäste drückten auf den Ausgleich. Doch die Hubertusburger konnten stets im richtigen Moment stören, Abschlüsse blocken oder sich auf Torhüter Benjamin Schönitz verlassen.

Über Konter blieben die Blau Weißen zudem selber gefährlich. Fortuna brauchte es dann aber doch auch noch, als Manuel Beckers Distanzkracher an den Wermsdorfer Querbalken klatschte. Der besten Gästechance auf den Ausgleich in der ersten Hälfte folgte nicht mehr viel, so ging es mit dem knappen Vorsprung für die Heimelf in die Kabine.

Volle Konzentration auf die zweiten 45 Minuten, ein Ansturm der Gäste war zu erwarten, wollten sie hier noch Punkte mitnehmen. In den ersten Minuten blieb dieser Sturm noch eher ein laues Lüftchen, welches in der vielbeinigen Wermsdorfer Verteidigung endete. Doch die Mannschaft aus dem Obstland wurde nun deutlich gefährlicher. Im Privatduell Erdmann gegen Schönitz blieb der Keeper Sieger und vereitelte so zwei hochkarätige Möglichkeiten. Auf der anderen Seite blieben die Beckedahl Standards größtes Druckmittel – die Blau-Weißen nun zumeist mit elf Mann hinter dem Ball.

Und sie verteidigen sich weiter geschickt, arbeiteten am Derbysieg. Mügelns Überraschungsmoment hieß Louis Hoffmann, der in der 70. Minute von der Mittellinie ansetzte, kurzer Doppelpass, an drei Gegnern wie Slalomstangen vorbei und auch Schönitz wäre dieses Mal machtlos gewesen. Zur Freude der Wermsdorfer Fans blieb der Fußballgott aber weiter Unterstützter von Blau-Weiß. Der Ball prallte an den Innenpfosten. Aluminium treffen konnten die Wermsdorfer allerdings auch. Kurze Zeit nach Hoffmanns Versuch scheiterte Beckedahl, natürlich per Freistoßschuss am Querbalken. Die Zeit verstrich weiter und Wermsdorf kam dem Ziel immer näher. Oft waren es jetzt Fouls, die den Spielfluss zwar unterbrachen, Ablaß aber auch immer wieder gute Möglichkeiten auf das erste Tor eröffneten, welche allesamt ungenutzt bleiben sollten.

Mittlerweile 80 Zeigerumdrehungen und kurzer Schock bei den Hubertusburgern. Bei einer Klärungsaktion räumt Torwart Schönitz unabsichtlich Mitspieler Nico Lippert ab, der danach benommen vom Feld musste. Die letzten 10 Minuten plus verstreichen weiter, nach dem nun gewohnten Bild. Die Platzbesitzer tief in der eigenen Hälfte, die Gäste ohne die zündende Idee, wie dieses blau-weiße Bollwerk heute zu knacken ist. Die Partie hatte sich aber noch einen letzten Aufreger vorbehalten. Es lief der letzte Spielzug – Torhüter Greschner mittlerweile Feldspieler.

Die Wermsdorfer hauten sich in jeden Ball und kämpften für den Sieg. Eine letzte Rakete aufs Tor von Schönitz - dieser kann nur abklatschen lassen. Den zurück prallenden Ball erwischt der heransegelnde Tony Loose per Kopf, doch die Wand Schönitz steht - besser gesagt fliegt und hält auch diesen Ball. Ein Pfiff und kollektives Durchatmen, Abklatschen und kurze Auswertung der zurückliegenden 90 Minuten. Es war ein bemerkenswert faires, trotzdem aber hart umkämpftes Derby. Wermsdorf gewinnt unterm Strich glücklich aber nicht zu Unrecht - über eine Punkteteilung hätte sich niemand beklagen können. So schreiben die Blau-Weißen weiter an ihrer Erfolgsgeschichte trotz der langen Verletztenliste und haben nun aus diesem Spiel drei Punkte auf der Habenseite in dieser noch jungen Saison.

Schiedsrichter: Dirk Otto

Zuschauer: 215

Aufstellung: Schönitz, Staude, Beckedahl, Lippert (Rademacher), Münch, Keller, Springer, Jonnek, Krezo (Riße), Arendt, Böttger

Justus Keller/Bilder Pauline Kamm