Flutlichtspiel in Torgau knapp verloren

SC Hartenfels Torgau - FSV Blau-Weiß Wermsdorf 2:1 (2:0)

Am Freitag gastierten die Hubertusburger im Hafenstadion zu Torgau. Unter Flutlicht wartete mit Gegner Hartenfels eine echte Mamutaufgabe, setzte es gegen den SC noch vor zwei Wochen im Pokal eine derbe Niederlage. Überraschend daher der Beginn der Kupfer Schützlinge, die in den ersten zehn Minuten mit breiter Brust auftraten und sogar die riesen Chance auf das frühe 0:1 hatten. Nach Standard Denny Beckedahl war es Benjamin Münch der den Ball freistehend aus kurzer Distanz nicht mehr entscheidend kontrollieren kann. In der Folge kippte das Spiel komplett. Die Wermsdorfer unter Dauerdruck. Hartenfels immer eine Idee eher am Ball als die Gegner, stets mit Zug auf das Tor von Benjamin Schönitz. Die Nummer eins der Gäste bot den Torgauern mit mehreren Rettungsaktionen Paroli, musste sich aber nach 16 Zeigerumdrehungen Mario Hein geschlagen geben, welcher zur 1:0 Führung einnetzte.

Weiter dasselbe Bild, die Platzbesitzer in allen Belangen besser, ein Klassenunterschied vor allem an individueller Stärke. Den Beweis dafür lieferte Ali Ghavamzadeh, der 24. Spielminute das 2:0 erzielte. Sein Solo über den halben Platz, nur halbherzig attackiert von staunenden Blau-Weißen, krönte die Nummer 8 mit einem gefühlvollen Heber ins kurze Ecke. Man musste nun befürchten die Gäste würden auseinander brechen und es ginge nur noch um die Höhe des Sieges. So sah es im ersten Spielabschnitt auch weiter aus. Kaum Befreiungsschläge, Wermsdorf eingeschnürt in der eigenen Hälfte. Was nicht hieß, dass sie sich nicht bemühten. Dank Schönitz im Tor und mangelnder Chancenverwertung bei Torgau überstanden die Hubertusburger die erste Hälfte ohne weiteren Gegentreffer. Pause und Zeit zum Sammeln, ein neuer Plan musste her gegen den haushohen Favoriten. Die Mannen von Trainer Kupfer appellierten an den guten Beginn und die mannschaftliche Geschlossenheit. Wozu dieser Teamgeist fähig ist sollten die kommenden 45 Minuten zeigen.

Die Heimelf war natürlich weiter klar besser und fortlaufend Ton angebend. Doch die Gäste kämpften sich wieder rein in die Partie, gewannen wichtige Zweikämpfe und standen nun Defensiv kompakt. Als Einheit auf dem Rasen wurden die Hubertusburger vor allem durch Standards gefährlich. So war es Florian Böttger mit seinem dritten Saisontor, der in der 69. Spielminute nach Dominic Arendts Ecke per Kopf den Anschluss herstellte. Den Treffer hatten sich die Wermsdorfer aufgrund immenser Laufarbeit in den zurückliegenden Minuten redlich erarbeitet.

Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf dann aber doch eher nicht wieder. Den Blau-Weißen war das natürlich herzlich egal, ein möglicher Punkt war nun plötzlich zum Greifen nah. Das Spiel wurde offener, weil Hartenfels nun zusehends nervöser wurde. Dem Kampf der Gäste hatten die Platzbesitzer keine spielerischen Mittel mehr entgegenzusetzten. So wurde die Partie immer rauer und entglitt Schiedsrichter Trybusch zunehmend. Mehrere Verwarnungen auf beiden Seiten wären nötig gewesen, die Karten blieben aber ungesehen in der Tasche des Unparteiischen. Ebenso fern blieben jedoch auch weitere Treffer. Weder für die aufopfernd bemühten Wermsdorfer, denen einfach die offensive Durchschlagskraft fehlte, noch für die ihre Möglichkeiten inkonsequent zu Ende spielenden Torgauer. So trennen sich beide Teams am Ende knapp mit 2:1. Ein Spielstand der für die Ansprüche der Platzbesitzer definitiv zu wenig ist, für die Gäste allerdings durchaus als weiterer Schritt in die richtige Richtung gewertet werden kann.

Schiedsrichter: Niklas Trybusch

Zuschauer: 75

Aufstellung: Schönitz, Staude (Rademacher), Beckedahl, Lippert, Münch, Eckert, Jonnek, Keller, Springer, Böttger, Arendt (Untermann)

Justus Keller/Bilder Pauline Kamm