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Die Sportler haben diese vor den Nazis versteckt und angeblich in die Turnhalle eingemauert. Die enteignete Arbeitersporthalle wurde 1935 zum Kino umfunktioniert.
Nach der Auflösung des TSSV „Eiche“ wechselten die meisten Fußballer zum anderen Wermsdorfer Verein.
1933 lösten die Nationalsozialisten auch die Deutsche Turnerschaft auf und gliederten sie als Fachamt I in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen ein.
Am 23.06.1933 verschmolzen die beiden noch verbliebenen Vereine ATV Wermsdorf-Hubertusburg und „Eichenkranz“ zu einem Großverein, dem ATV Wermsdorf-Hubertusburg. Erster Vorsitzender war in den Jahren bis Kriegsende der Lehrer Erich Bernstein. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 fand kein regelmäßiger Spielbetrieb mehr statt. Die meisten Sportler wurden zum Kriegsdienst einberufen. Viele gingen in Gefangenschaft und einige kehrten nicht mehr nach Hause zurück. In diesem Zeitraum fielen 39 Wermsdorfer Sportler an der Front.
Nach Kriegsende ging man trotzdem sofort daran, eine neue Sportorganisation auf die Beine zu stellen. Besonders aktive Sportfreunde waren damals Hans Stein, Hans Friedrich, Erich Märker und Georg Streubel, der erster Vorsitzender der neu gegründeten Sportgemeinschaft (SG) Wermsdorf wurde. Die Mitglieder des neuen Vereins hätten es gern gesehen, wenn die ehemalige Turnhalle des TSSV „Eiche“ ihrer ursprünglichen Bestimmung wieder zugeführt oder ihnen zumindest die Einnahmen aus dem Kinobetrieb zu Gute gekommen wären. Doch leider konnte mit den Verantwortlichen der Gemeinde keine Einigung erzielt werden. Bis zur politischen Wende 1990 sollte die Halle weiter Kino bleiben, danach versuchten sich mehrere Discobetreiber. Später stand das Gebäude leer und war dem Zerfall preisgegeben. Das traurige Ende sollte am 30.05.2013 mit dem Gemeinderatsbeschluss zum Rückbau besiegelt werden.
Die Turnhalle und der Sportplatz in der Sachsendorfer Straße wurden Heimstätte des Vereins. Dieser zählte bereits 1945 schon wieder 400 Mitglieder in zahlreichen Sektionen. In den ersten Jahren trafen sich die Wermsdorfer Sportler zu den Übungsstunden zeitweilig auf dem Saal der Fachschule Hubertusburg, da die Turnhalle als Versorgungslager genutzt und mit Weizen und anderen Lebensmitteln gefüllt war.
Um den Sport nach dem Krieg wieder zu beleben, wurden Übungsleiterlehrgänge und auch bald wieder Wettkämpfe durchgeführt, so 1949 das Kreissportfest in Mügeln. Ein Höhepunkt für den Wermsdorfer Sport war das Deutschlandtreffen in Berlin.
1950 erhielten die Sportvereine in der DDR „Trägerbetriebe“. In Wermsdorf waren dies die Kliniken Hubertusburg. Am 14.03.1950 wurde die Betriebssportgemeinschaft (BSG) Hubertusburg Wermsdorf gegründet.
Ab 1951 trug der Verein den Namen BSG Medizin Hubertusburg, dem bis 1989 neun Sektionen angehörten. Diese waren Fußball, Turnen, Leichtathletik, Kegeln, Volleyball, Handball, Bergsteigen, Schach und Tischtennis.
Neben den Sektionen in der BSG gab es auch Schulsportgruppen in Form von Arbeitsgemeinschaften wie Orientierungslauf und Bogenschießen sowie einen Reitverein in Wermsdorf.