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Der ATV Wermsdorf-Hubertusburg baute im selben Jahr in der Sachsendorfer Straße. Auch hier führten Sportler einen Großteil der Arbeiten durch. Am 06.12.1927 fand die erste Übungsstunde der Frauenriege in der neuen Halle statt. Da noch nicht alle Malerarbeiten abgeschlossen waren, beging man die feierliche Turnhallenweihe erst am 24.06.1928.
1928 gilt als das Geburtsjahr des Wermsdorfer Fußballs. Aus dem TSSV „Eiche“ ging die erste Mannschaft hervor. Diese Mitglieder gründeten im Mai 1928 im Hotel „Goldener Strauß“ die Abteilung Fußball. Die Sportfreunde Albert Müller, Martin Haubold, Walther Schindler, Hans Ratajcak, Georg Streubel, Herbert Püchner, Otto Scheller, Leo Fuhr, Arthur Kenzig, Eduard Sterz, Alfred Ullmann sowie die Brüder Otto und Walter Wolf kann man als Gründerväter des Wermsdorfer Fußballs bezeichnen.

1._1928
Gründermannschaft 1928
hinten v. l.: Albert Müller, Martin Haubold, Walther Schindler, Hans Ratajczak,
                 Georg Streubel, Herbert Püchner, Arthur Kenzig
Mitte v. l.:  Otto Scheller, Leo Fuhr, Otto Wolf
vorn v. l.:  Edurad Sterz, Alfred Ullmann, Walter Wolf

Der TSSV spielte zunächst auf einem Hartplatz an der Arbeiterturnhalle, später auf einem Sportplatz am Hohen Weg. Da dieser für den Spielbetrieb jedoch nicht besonders geeignet war, mussten sich die Fußballer schon bald wieder nach einer neuen Wettkampfstätte umsehen. 1932 erhielten sie von dem Wermsdorfer Großbauern Sönitz kostenlos einen Rasenplatz an der Sachsendorfer Straße gegenüber dem Gut Sönitz zur Nutzung. Im Gegenzug halfen die Sportler tatkräftig bei der Ernte. Zu Auswärtswettkämpfen fuhr man seinerzeit mit dem Fahrrad oder Pferdegespann.
Ab 1932 gab es auch beim bürgerlichen ATV Wermsdorf-Hubertusburg eine Fußballabteilung. Der Verein spielte auf dem „Sportplatz Fasanenholz“ neben dem Anstaltsfriedhof, später auf dem Platz an der Turnhalle in der Sachsendorfer Straße, der heutigen Heimstätte des FSV BW Wermsdorf.
Zu dieser Zeit bestand zwischen den beiden Wermsdorfer Vereinen eine große, nicht nur sportliche Rivalität. Nicht selten kam es zu handfesten Auseinandersetzungen, z. B. wenn die Sportler des TSSV „Eiche“, die sich in der Arbeiterturnhalle umziehen mussten, mit ihren Gegnern und Zuschauern vorbei am Sportplatz des ATV, der oft seine Spiele zeitgleich austrug, zum „Sportplatz Sönitz“ gehen mussten. Nach einer Zeit erfolgreichen Wirkens endete das Vereinsleben des TSSV „Eiche“ Wermsdorf mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Im Januar 1933 verboten sie den „Deutschen Arbeiter-Turn- und Sportbund“. Das Vermögen, die Turnhalle, Sportgeräte und das gesamte Inventar wurden beschlagnahmt. Aus diesem Grund sind Unterlagen bis heute verschwunden.