Remis im Spitzenspiel

Süptitz/Schildau/Dommitzsch - Merkwitz/Wermsdorf/Luppa 2:2 (2:1)

Zum Duell um die Tabellenführung reisten die Spielgemeinschaftler am Sonntag nach Großwig, wo Spitzenreiter Süptitz/Schildau/Dommitzsch seine Heimspiele austrägt. Die Zweitplatzierten Kicker aus Merkwitz, Wermsdorf und Luppa wollten Zählbares mitnehmen um den aktuellen Abstand von drei Punkten bei einem Spiel weniger nicht weiter anwachsen zu lassen, bestenfalls aufzuholen. Dabei stand den Trainern ärgerlicherweise krankheits- und verletzungsbedingt nur eine dünne Personaldecke zur Verfügung. Luca Untermann als Verstärkung aus der B-Jugend nahm zunächst als einziger Wechsler auf der Bank platzt, Valentin Rische agierte 90 Minuten anstatt auf der ihm angestammten Position zwischen den Torstangen als Linksverteidiger und im Mittelfeld musste Sebastian Körner, der für die erste Herrenmannschaft von Blau-Weiß am Vortrag beim 3:0 Sieg über Schenkenberg bereits über die volle Spieldauer auf dem Feld stand, erneut ran. Jene drei sollten gleich ihrer neun Mitspieler eine bärenstarke Leistung an den Tag legen.

Mit breiter Brust und feurigem Herzen starteten die Jungs aus der Collmregion in die Partie. Früh wurde das forsche und mutige Auftreten der Gäste beinahe belohnt, doch der unter der Woche volljährig gewordene Nick Palme konnte sich bei seinem Schussversuch aufs kurze Ecke kein nachträgliches Geburtstagsgeschenk bereiten. Auch Kapitän Max Thomas konnte nach einer Kröner Ecke in der 9. Spielminute nicht einschieben, womit der Schwung mit dem die Rot-Schwarzen ins Spiel kamen ungenutzt blieb. Ein Versäumnis dessen sich die Spielgemeinschaft schon in vorherigen Auftritten schuldig machte und welches dieser Gegner mit seiner Klasse nun bestrafte. Eiskalt. Mit ihrer ersten Ecke schlugen die Platzbesitzer, die in den 13 Minuten bisher quasi nicht stattgefunden hatten, eiskalt zu, Nick Hagen erzielte mit dem ersten Torschuss der Heimelf das 1:0. Zu naiv verteidigten die Gäste diese Situation und zahlten dafür prompt Lehrgeld. Süptitz war nun im Spiel angekommen, verbuchte in der Folge einige weitere gefährliche Standards. Auf Mark Fleischer im Tor kam Arbeit zu, doch die rot-schwarze Nummer Eins behielt nun die Oberhand. Seine Mannschaftskameraden fighteten um jeden Ball und gaben alles um zurückzukommen. Angetrieben von Körner und Palme in der Schaltzentrale bot man dem Tabellenführer weiter klasse Paroli und beschäftige diesen zumeist zwischen den Boxen. Nach vorne ging lange wenig, Stürmer „Ling Ling“ und Jerry Baumann die ihren Gegnern im Luftzweikampf größenmäßig unterlegen waren rackerten zwar nach jedem Ball, konnte aber nicht in die gefährlichen Zonen durchstoßen. So lag es an den Führungsspielern der Mannschaft voranzugehen und das taten sie. Zunächst scheiterte Palme in der 36. Spielminute mit seinem Freistoß am glänzend reagierenden Schlussmann der Gastgeber, doch die von Thomas getretene anschließende Ecke konnte Basti „Haupe“ Körner dank ausgezeichneter Schusstechnik per Direktabnahme in die Maschen hämmern. Der umjubelte und wohlverdiente Ausgleich für seine Farben – wie gewonnen so zerronnen. Eine halbe Stunde hatten sich die Spielgemeinschaftler aufgeopfert das Unentschieden wiederherzustellen, dann war es endlich da und auch gleich wieder hinfällig. Anstoß, langer Ball, Fleischer muss rauskommen und ist beim Lupfer von Döbelt chancenlos – das postwendende 2:1 durch den Toptorjäger der Liga. Durch erneut mangelnde Konzentration selbst verschuldet wieder im Rückstand mussten sich die Wermsdorf-Luppa-Merkwitzer nun erstmal schütteln. Die bestmögliche Reaktion und Antwort vor der Pause hatte tatsächlich nochmal Leo Rische auf dem Fuß, doch nach feinem Hacken verzog der Stürmer knapp am langen Pfosten vorbei. So ging es mit dem Rückstand zur Halbzeit, in einem unglücklich laufenden Spiel lagen die Spielgemeinschaftler nach 45. Minuten eines eigentlich guten Auftritts zurück – damit führte die Mannschaft, die hier deutlich weniger Fußball spielte und vor allem nicht die Einstellung und Leidenschaft an den Tag legte, wie es die Collm-Kicker taten. Die kamen auf den Platz zurück, angetreten um sich den verdienten Lohn abzuholen. Mit zunehmender Spieldauer konnte sich Süptitz nun bei Torwart Reise bedanken, der erst eine Großchance von Max Thomas parierte und wenig später auch gegen Körner Sieger blieb. Auf der anderen Seite zahlte der Spielverlauf vorheriges Pech in Glück zurück, als Fleischer in der 75. Minute einen Freistoß an die Latte guckte. Die Zeit tickte unaufhaltsam gegen die Gäste, die nun alles nach vorne warfen. Mit letzter Entschlossenheit glaubten die Rot-Schwarzen an sich und den möglichen, so verdienten Punktgewinn und gingen trotz des Rückstands selbstbewusst in die Schlussphase. Zu übermotiviert ging Leo Rische in der 83. Spielminute zu Werke, grätschte seinen Gegenspieler ohne Chance auf Ball von hinten um und fing sich zurecht den Platzverweis, der seine Farben nun zu allem Überfluss in Unterzahl brachte. Die davon allerdings wie unbeirrt eisern weiter drückten und tatsächlich fast im Anschluss an Risches rote Karte ausgeglichen hätten: Nick Palme war in den Strafraum durchgebrochen, schob aus leicht spitzem Winkel aber zum Entsetzen seiner Trainer und Mitspieler am Tor vorbei. Süptitz bekam nun in den letzten verbleibenden Zügen des Spiels kaum mehr Luft zum Atmen, geschweige denn zur Entlastung in Form von eigenen Angriffen. Das Drama spitzte sich zu. Noch fünf Zeigerumdrehungen auf der Uhr, da segelt ein Palme Kopfball über das Tor. Drei Minuten vor Ladenschluss ist erneut Nick im Fokus, der alles versucht aber eine weitere Hereingabe nicht mehr erreicht. Wiederrum keine volle Zifferumrundung später taucht Untermann frei vor Reise auf, will schießen doch wird im letzten Moment vom herauseilenden Schlussmann geblockt. Da war sie, die finale Spielminute.

Es ist Sebastian Körner, der mit letzter Kraft über Außen kommt und das Spielgerät reinschlägt, das an Freund und Feind vorbeisegelt und plötzlich immer gefährlicher Richtung Tor zischt, auf der Linie steigt ein Süptitzer Feldspieler hoch und rettet per feinstem Volleyball Block für seinen bereits geschlagenen Torhüter. Es gibt ihn, den vollkommen berechtigten Strafstoß, die erzwungene Ausgleichschance für die Spielgemeinschaft. Der Sache nimmt sich Kapitän Max Thomas an, in dessen Haut nun verständlicherweise nicht jeder stecken will, der Druck aber nicht zu kennen scheint. Ganz abgezockt und bitter kalt schiebt die Nummer 7 aus elf Metern ein, dreht ab zum so verdienten Jubel mit seinen Teamkollegen. Die haben es wenig später vollbracht. Mit einem Mann weniger, aufgrund einer 90-minütig überzeugenden Leistung vor allem im Hinsicht auf Kampfgeist und Moral trotzen die Spieler aus Merkwitz, Wermsdorf und Luppa dem Favoriten ein Unentschieden, das gerne ein Sieg hätte sein können, man so dann aber gerne mitnimmt, ab. Damit haben sie es in den letzten beiden Spielen des Jahres selbst in der Hand punktgleich mit den Süptitzern zu ziehen, die man dann im Pokal Halbfinale wiedertreffen wird – dass der Mann ohne Nerven, Max Thomas wieder aus elf Metern antreten darf scheint nicht ausgeschlossen.

Schiedsrichter: Olaf Berger

Zuschauer: 25

Aufstellung: Fleischer, Görner, Thomas, Bartsch, V.Rische, Hirth, Körner, Palme, L.Rische, Simbke (Untermann), Baumann

Justus Keller